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Umweltminister Meyer übergibt Förderbescheid in Höhe von 2,6 Millionen Euro für grünes Stadtareal in Stade

Programm "Landschaftswerte 2.0" unterstützt mit 3,5 Millionen Euro insgesamt acht Projekte für mehr Natur- und Artenvielfalt in Niedersachsen


PI 005/2026

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer hat am (heutigen) Dienstag einen Förderbescheid in Höhe von rund 2,6 Millionen Euro an die Johannes Lindemann GmbH & Co. KG für die vorbildliche ökologische Aufwertung eines alten Industriegebietes übergeben. Das Projekt für einen grünen Stadtteil in Stade ist eines von insgesamt acht Vorhaben (siehe Listen unten), die in der Förderrichtlinie „Landschaftswerte 2.0“ bewilligt wurden und kann jetzt in die Umsetzung gehen. Ziel des Vorhabens ist die biologische Artenvielfalt eines ehemaligen Industrieareals im Stadtgebiet von Stade wiederherzustellen, neue Lebensräume an Gewässern und Biotopen für bedrohte Arten zu schaffen und gleichzeitig einen ökologischen Naherholungsraum mit gutem Wasserhaushalt und Klima unter Einbindung in die umliegenden städtischen Strukturen zu entwickeln.

„Gerade in unseren Städten brauchen wir mehr Raum für Natur, um die Artenvielfalt zu stärken und die Folgen der Klimakrise abzumildern“, sagte Umweltminister Christian Meyer. „Das Projekt in Stade zeigt, wie ehemalige Industrieflächen zu lebendigen grünen Stadträumen werden können, von denen Natur und Menschen gleichermaßen profitieren. Mich freut sehr, dass das Unternehmen Johannes Lindemann GmbH & Co KG für das grüne Stadtareal zahlreiche Umweltideen von Regenwasserrückhalt, Solarenergie, Gewässerrenaturierung für Eisvogel und weitere Tiere bis Dachbegrünung umsetzen will und so viele Naturbiotope schaffen will. “

Mit dem Projekt wird eine bislang industriell geprägte, bereits entsiegelte Fläche einer ehemaligen Gummifabrik in zentraler Lage der Stadt ökologisch neu entwickelt und für Mensch und Natur aufgewertet. Konkret ist vorgesehen, naturnahe Lebensräume neu anzulegen und zu vernetzen; darunter renaturierte Gewässerabschnitte, Blühflächen, Grünanlagen, Baumpflanzungen sowie Nist- und Quartiermöglichkeiten für Vögel, Fledermäuse und Insekten.

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der ökologischen Aufwertung des Burggrabenarms und der Harschenfleether Wettern. Diese Maßnahmen stärken den regionalen Feuchtbiotopverbund und verbessern zugleich das innerstädtische Kleinklima. Ergänzend ist ein nachhaltiges Regenwassermanagement vorgesehen: Niederschlagswasser soll gesammelt und zur Bewässerung der neu entstehenden Grünflächen genutzt werden.

Friedrich Witt, Geschäftsführer der Lindemann Gruppe, sagte: „Die Förderung ist für uns sehr wichtig, weil wir damit direkt hier in der Region Stade etwas bewegen können. Wir freuen uns über die Unterstützung und darüber, dass unsere Arbeit vor Ort gesehen und anerkannt wird. So können wir konkrete Maßnahmen umsetzen, die der Umwelt nutzen und der Region Stade langfristig zugutekommen.“

Die Gesamtinvestition des Projekts beläuft sich auf rund 3,75 Millionen Euro. Die Zuwendung beträgt 70 Prozent, also 2.625.727 Euro. Davon stammen rund 2,25 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) sowie rund 375.000 Euro aus Landesmitteln. Die Umsetzung des grünen Stadtareas ist für den Zeitraum 2026 bis 2028 geplant.

Förderprogramm „Landschaftswerte 2.0“

Das Projekt der Johannes Lindemann GmbH & Co. KG ist eines von insgesamt acht Vorhaben, die im vierten Antragsverfahren der Förderrichtlinie „Landschaftswerte 2.0“ bewilligt wurden. Mit dem Programm fördert das Land Niedersachsen – unterstützt durch Mittel aus dem EU-Programm EFRE – Maßnahmen zur Inwertsetzung von Natur und Landschaft sowie zur Stärkung der Biodiversität und grünen Infrastruktur im besiedelten Bereich. Die aktuell bewilligten Projekte haben ein Gesamtvolumen von rund 5,3 Millionen Euro, wovon gut 3,5 Millionen Euro durch Fördermittel finanziert werden. Ziel ist es, besondere Naturräume in Niedersachsen nachhaltig und durch Informations- und Angebote für Bildung für nachhaltige Entwicklung erlebbar zu machen sowie die biologische Vielfalt zu sichern, Natur- und Klimaschutz zu stärken und zugleich die Lebensqualität in Städten und Gemeinden zu verbessern.

1. Moorbahn Uchte-Essern: Erweiterung der Feldbahnstrecke der Moorbahn durch nachhaltigen Umbau der Gleisanlagen mit 93.422,83 Euro. (Samtgemeinde Uchte, LK Nienburg)

2. Eco-Stop: Weniger Müll in der Landschaft durch Erstellung eines Handlungskonzeptes zur Minimierung des Hygienemülls in der Natur (Naturparkregion Lüneburger Heide e.V.) mit 56.000 Euro

3. Informationen über den Wolf an der Marienteichbaude im Harz. 143.154 Euro für die aktuelle Ausstellung „Der Wolf zurück im Harz“ für ein breites Publikum (Felis gGmbh)

4. Johannes Lindemann GmbH & Co. KG: Das Projekt stärkt Biodiversität und Biotope, erhält historische Landschaftselemente schafft Erholungsräume und fördert soziale und ökologische Werte (weitere Informationen siehe oben)

5. AnnaFloraFauna: Das Projekt verbindet Inklusion und Naturschutz und schafft barriefreie Naturräume in Hannover und fördert Artenvielfalt und soziale Teilhabe mit 346.407,60 Euro (Diakovere Annstift)

6. Barrierefreier Naturerlebnis-Steg Nemitzer Heide: Mit einer Machbarkeitsstudie soll für die Landmarke „Zwischen Himmel und Heide“ ein barrierefreier Naturerlebnis-Steg in der Nemitzer Heide entwickelt werden: 71.513,05 Euro (LK Lüchow-Dannenberg)

7. Nachhaltige Partnerbetriebe im Naturpark Wildeshauser Geest: Mit 110.777,15 Euro wird das Naturpark-Partner Programm für nachhaltige Betriebe und Organisationen durch Partnerschaften für den Schutz und eine naturschutzgerechte Entwicklung des Naturparks unterstützt. (Zweckverband Naturpark Wildeshauser Geest, LK Oldenburg)

8. Grün in der Stadt: Mit 58.100 Euro sollen Grundlagen für die systematische und sichtbare Verankerung grüner Infrastruktur und ihrer Ökosystemleistungen geschaffen werden. (Stadt Cuxhaven)

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.01.2026

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