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Lies: „Widerstand gegen Gorleben war Grundlage für Suchprozess“

Umweltminister hält jetzt eine objektive, wissenschaftsbasierte und transparente Suche nach einem am besten geeigneten Standort für möglich


PI 115/2020

Die Suche nach einem Atommüllendlager in Deutschland befindet sich auch nach Vorlage der sogenannten Teilgebiete, die für ein solches Lager in Frage kämen, in einem sehr frühen Stadium. Nach Angaben der zuständigen Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) sollen 54 Prozent der gesamten Fläche Deutschlands noch näher untersucht werden – in Niedersachsen sind es sogar 80 Prozent der Landesfläche. „Ich bin überzeugt, dass die bisher vorgelegten Informationen in einem so frühen Stadium hilfreich für den Prozess sind“, sagte Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies am (heutigen) Montag nach der Vorstellung der Liste mit den Teilgebieten in Berlin.

Es sei richtig, dass die BGE frühzeitig umfassende Informationen vorgestellt habe. Denn klar sei jetzt auch: In allen drei Wirtsgesteinen – Granit, Ton und Salz – ist die Einlagerung von Atommüll möglich und denkbar. „Zugleich wird klar: Der Salzstock Gorleben war eine politisch motivierte Entscheidung, wenn schon jetzt im ersten Schritt, in der ersten Phase bei der erneuten Endlagersuche, der Salzstock Gorleben rausfällt. Umso wichtiger ist es, denjenigen Danke zu sagen, die nicht nur in der Region über Jahrzehnte hinweg gegen ein Endlager in Gorleben gekämpft und zugleich dafür gesorgt haben, dass wir einen völlig neuen Prozess der Endlagersuche eingeleitet haben“, so Lies. „Ein Prozess, der objektiv, wissenschaftsbasiert und transparent ist. Im Rückblick muss man einfach sagen: Gorleben war ein Riesenfehler. Und es wäre unverantwortlich gewesen, wenn Gorleben als Endlager in Betrieb gegangen wäre.“

Dass 80 Prozent der Fläche Niedersachsens innerhalb der Teilgebiete auftauche ebenso wie 54 Prozent von ganz Deutschland, habe noch überhaupt keine Aussagekraft, wo am Ende tatsächlich ein Endlager entsteht. Umweltminister Lies: „Noch befinden wir uns in einem ganz, ganz frühen Stadium, wo vor allem Ausschlusskriterien eine Rolle spielen. Ab jetzt gilt für den künftigen Prozess: Wir hinterfragen die Kriterien und begleiten ganz intensiv den künftigen Prozess, indem wir die Bevölkerung eng einbinden. Vor uns liegt noch eine lange Zeit, bis die Verdichtung erfolgt, die dann dazu führt, dass mit einer übertägigen Erkundung begonnen werden kann. Diese Zeit werden wir für eine intensive Bürgerbeteiligung nutzen, damit jeder die weiteren Schritte auch nachvollziehen kann.“

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