Wasserhaushalt & Wasserkreislauf | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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Wasserhaushalt & Wasserkreislauf

Wasser bewegt sich in einem ständigen Kreislauf von Verdunstung, Kondensation, Niederschlag, Abfluss und erneuter Verdunstung (Abbildung 1). Dabei bleibt die Wassermenge auf der Erde stets gleich. Es geht kein Wasser verloren und es entsteht kein neues Wasser. Regionale Unterschiede in der Wasserverfügbarkeit entstehen durch die ungleiche Verteilung von Niederschlag, Verdunstung und Abfluss. Grundwasser bildet sich infolge der Versickerung von Niederschlagswasser im Boden und speist als sogenannter Basisabfluss Bäche und Flüsse.

Grundwasserbericht NDS  
Abbildung 1: In Niedersachsen fallen im Jahresmittel 730 mm Niederschlag; davon werden im Mittel 460 mm über Pflanzen oder in der Luft verdunstet, 200 mm versickern im Grundwasser, 70 mm fließen von der Oberfläche direkt in Bäche und Flüsse ab

Verglichen mit anderen Bundesländern ist Niedersachsen ein wasserreiches Land, es sind jedoch starke regionale Unterschiede der Niederschlagsverteilung zu erkennen. Im Nordosten des Landes ist der jährliche Niederschlag im Vergleich zur übrigen Landesfläche deutlich geringer (siehe auch Tabelle 1).

Jüngste Untersuchungen zeigen im Zeitraum 1966-2005 signifikante Zunahmen des Niederschlags, die insbesondere im Winter und Herbst speziell für den Norden und den Süden von Niedersachsen festgestellt werden können. Im Sommer nimmt dagegen die Trockendauer vor allem in der Landesmitte signifikant zu (Haberlandt et al. 2010). In den letzten 20 Jahren zeigen die Jahresniederschläge im zentralen und westlichen Niedersachsen eher abnehmende Tendenzen, während im nördlichen und östlichen Niedersachsen gleichbleibende oder steigende Tendenzen vorherrschen. Die vorwiegend grundwassergespeisten Niedrigwasserabflüsse nehmen im westlichen Landesteil tendenziell ab, während sie im östlichen Landesteil tendenziell zunehmen (Auswertungen des NLWKN, 2013).

Tabelle 1: Durchschnittliche Niederschlagshöhen in Niedersachsen

Niederschlagshöhe

mm/a

Gesamtdurchschnitt

730 (DWD 61-90: 745)

im Nordosten des Landes

550

im Küstenbereich

800

Westhänge des Weserberglandes

800 - 900

in den mittleren Höhenlagen des Harzes

1000 - 1300

in den Kammlagen des Harzes

< 1500

Datenherkunft: Elsholz & Berger, 1998

Nur ein Teil des Niederschlags gelangt tatsächlich als Oberflächenabfluss in Bäche, Flüsse, Seen oder ins Meer. Die unterschiedlichen Niederschlagsverteilungen im Land wirken sich natürlich auch auf das Abflussverhalten aus. So sind im Nordosten Niedersachsens aufgrund der Niederschlagsverteilung geringere Abflusshöhen zu verzeichnen als im übrigen Teil des Landes (siehe auch Tabelle 2).

Tabelle 2: Abflusshöhen in Niedersachsen

Abflusshöhen

mm/a

Gesamtdurchschnitt

270

im Nordosten des Landes

rd. 150

im Weserbergland

300 - 400

in den mittleren Höhenlagen des Harzes

500 - 800

Datenherkunft: Elsholz & Berger, 1998

Eine Verunreinigung von Grundwasser und oberirdischen Gewässern kann unterschiedliche Ursachen haben. Schadstoffe, die sich in der Luft befinden, können mit dem Niederschlag in den Boden, in das Grundwasser oder über freie Wasseroberflächen direkt in Flüsse und Seen gelangen. Eine Verschmutzung beginnt bereits durch belastete Niederschläge. Besonders problematisch sind die aus der Atmosphäre stammenden Nährstoffe sowie die Säurebildner, die zur Versauerung der Böden, des Grundwassers und der oberirdischen Gewässer führen.

Da etwa 72 Prozent des oberirdischen Abflusses in Niedersachsen auf dem Weg der Grundwasserpassage in die Fließgewässer und schließlich in die Nordsee gelangen, ist Grundwasserschutz gleichzeitig auch Schutz der Fließgewässer sowie der küstennahen Meere.

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