Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Landesweite Grundwasserstandsentwicklung

Die landesweite Analyse der Grundwasserstandsentwicklung in den Messstellen nach dem Grimm-Strele-Verfahren ermöglicht erstmals einen großräumigen Überblick über die Veränderungen der Grundwasserstände. Im 30-jährigen Betrachtungszeitraum 1984-2014 zeichnen sich regional und landschaftsbezogen unterschiedliche Entwicklungen ab (Abbildung 4). Eine detaillierte Betrachtung einzelner Messstellen ist über den [MU-Kartenserver {Verweis auf entsprechende Darstellung im MU-Kartenserver}] möglich.

Naturgemäß gibt die Trendbetrachtung keinen Aufschluss über die Ursachen kontinuierlicher oder zeitlich begrenzter Grundwasserstandsveränderungen. Im Einzelfall sind hierzu detaillierte Untersuchungen erforderlich. Für die nach diesem Verfahren festgestellten Grundwasserstandsveränderungen kommen im Einzelnen vielfältige Ursachen in Betracht:

  • Die Dynamik von Witterung und Klima führt als bestimmender Faktor der Grundwasserneubildung auch zu einer Veränderung der Grundwasserstände. Diese schlägt sich in kurzfristigen, saisonalen und längerfristigen Schwankungen des Grundwasserstandsniveaus nieder.

  • Gewässerausbau und Entwässerungsmaßnahmen führen zu einer Absenkung des Vorfluterniveaus und damit zu einem erhöhten Grundwasserabfluss. Beide Faktoren tragen zu einer Absenkung der Grundwasseroberfläche bei. Insbesondere im Rahmen der Flurbereinigung sind in einigen Regionen Niedersachsens umfangreiche Eingriffe bis in die 80er Jahre hinein erfolgt.

  • Grundwasserentnahmen führen zu einer räumlich begrenzten Grundwasserstandsabsenkung im Umkreis der Entnahme. Das Ausmaß der Absenkung ist abhängig von der Entnahmemenge und passt sich bei Veränderungen der Entnahmen entsprechend an. Sofern keine Übernutzung erfolgt, ist bei gleichbleibender Entnahmemenge nach einer Übergangsphase ein Gleichgewichtszustand zu erwarten.

  • Renaturierungsmaßnahmen (z.B. Wiedervernässung von Mooren, Renaturierung von Fließgewässern) führen zu einer Verlangsamung des Abflusses und in der Folge zu einer Aufstauung des Grundwassers.

In Niederungsbereichen mit einem dichten Entwässerungsnetz wirken die Vorfluter eher stabilisierend auf die Grundwasserstände, da sie zum einen für einen schnellen Abfluss von Grundwasser sorgen und damit den Grundwasserstand bis auf das gewünschte Niveau absenken, zum anderen aber auch die maximale Absenkung des Grundwassers begrenzen.

Die Bedeutung einzelner Faktoren kann regional sehr unterschiedlich ausfallen. Für den GLD ist die Kenntnis der lokalen und großräumigen Grundwasserstandsentwicklung und ihrer Ursachen insbesondere im Rahmen wasserrechtlicher Stellungnahmen und der Früherkennung auffälliger Grundwasserstandsentwicklungen von Bedeutung.


Grundwasserbericht Niedersachsen  
Abbildung 4: Grundwasserstandsentwicklung in Niedersachsen im Zeitraum 1984 – 2014 nach der Grimm-Strele-Trendklassifikation für die Messstellen in den Messprogrammen Wasserrahmenrichtlinie-Stand und Grundwasserstand.
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