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Bewertung der Luftqualität 2016

Der vorliegende Bericht beschreibt die Belastung der Luft durch partikuläre und gasförmige Stoffe in Niedersachsen im Jahr 2016. Er gibt einen Überblick über die relevanten Kenngrößen zur Beurteilung der Luftqualität mit Bezug auf die immissionsschutzrechtlichen Regelungen gemäß 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (39. BImSchV) und beruht auf den Messergebnissen des Lufthygienischen Überwachungs­systems Niedersachsen (LÜN).

Die Konzentrationswerte der Schadstoffe Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid verlaufen schon seit Jahren auf niedrigem Niveau und lagen daher auch im Jahr 2016 flächendeckend unterhalb der rechtlich vorgegebenen Grenzwerte.

Die im Jahr 2016 durchgeführte Beurteilung für PM2,5 ergab ebenfalls Konzentrationswerte unterhalb des seit 2015 gültigen Grenzwertes.

Für PM10 wurde im Jahr 2016, wie auch schon im Jahr 2015, landesweit keine Überschreitung der Grenzwert­e der 39. BImSchV beobachtet. Die Belastung durch Feinstaub war im Jahr 2016 im Mittel kleiner als im Vorjahr. Die WHO-Vorgabe von 20 µg/m³ im Jahresmittel wurde allerdings noch an drei von 29 Probenahmestellen überschritten. Im Jahr 2016 waren weniger Tage erhöhter Feinstaubkonzentration (Tage mit PM10-Tagesmittelwerten > 50 µg/m³) zu verzeichnen als im Jahr 2015. Die WHO-Vorgabe mit max. drei Tagen mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 µg/m³ wurde allerdings nur an 15 der 29 Probenahmestellen eingehalten. Überschreitungen des nach 39. Bundes-Immissions­schutzverordnung gültigen Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert wurden in Niedersachsen zuletzt im Jahr 2006 registriert.

Im Hinblick auf NO2 wurden Überschreitungen des seit 2010 gültigen Immissionsgrenzwertes (40 µg/m³) im Jahr 2016 an verkehrsnahen Probenahmestellen in Hannover, Hameln, Hildesheim, Osnabrück und Oldenburg registriert. Im Vergleich zum Vorjahr sind die mittleren NO2-Konzentrationen an verkehrsnahen Messpunkten mehrheitlich geringfügig gesunken. Der Grenzwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor einer kurzzeitigen Belastung mit NO2 (max. 18 h mit Stundenmittelwerten > 200 μg/m³) wurde an allen Probenahmestellen eingehalten. Lediglich in einer Stunde lag der NO2-Stundenmittelwert an einer verkehrsnahen Probenahmestelle in Osnabrück über dem Wert von 200 µg/m³. Damit wurde die WHO-Vorgabe, dass kein Stundenmittelwert > 200 μg/m³ sein soll, an diesem Messpunkt nicht eingehalten.

In der langjährigen Entwicklung ist die mittlere Belastung durch Ozon relativ gleichbleibend. Im Jahr 2016 wurde die Informationsschwelle (180 µg/m³) an vier der 21 Probenahmestellen überschritten. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ wurde nicht überschritten. Der O3-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit (max. 25 Tage mit gleit. 8h-MW >120 μg/m³, gemittelt über 3 Jahre) wurde 2016 größtenteils eingehalten. Einzig auf dem Wurmberg gab es 2016 mit 30 Tagen eine Überschreitung dieses Zielwertes. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß 39. BImSchV von 120 µg/m³ (WHO: 100 µg/m³) wurde an allen Ozonmesspunkten überschritten.

Die für die in der PM10-Fraktion enthaltenen Schadstoffe (Blei, Arsen, Kadmium, Nickel und Benzo(a)pyren) gültigen Grenz- und Zielwerte der 39. BImSchV wurden 2016 an allen Probenahmestellen eingehalten. Die höchsten Belastungen zeigen sich dabei für die Schwermetallverbindungen im PM10 in Nordenham und Oker/Harlingerode. Für diese Schadstoffe lagen die Messergebnisse der letzten fünf Jahre aber weit unterhalb der rechtlich vorgegebenen Zielwerte.

Die Untersuchungen im Rahmen des routinemäßigen Depositionsmessnetzes zeigten für den Staubniederschlag sowie für die Blei-, Arsen-, Kadmium- und Nickel-Depositionen mit Ausnahme einer Probenahmestelle in Nordenham eine Einhaltung der Immissionswerte der TA Luft. An der industriegeprägten Probenahmestelle Nordenham wurden im Jahr 2016 Überschreitungen der Immissionswerte für die Blei- und Kadmium-Depositionen ermittelt. Ergebnisse über weitere Depositionsuntersuchungen im Raum Nordenham, sowie über Depositionsmessungen, die nicht im Rahmen des routinemäßigen Depositionsmessprogramms durchgeführt werden, können den Berichten zu den Sondermessprogrammen auf der Internetseite des Niedersächsischen Ministeriums für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz entnommen werden.

Insgesamt zeigte sich, dass die nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Immissionsgrenzwerte in Niedersachsen im Jahr 2016 nur noch punktuell überschritten werden. Die Städte, in denen der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ überschritten wurde (Hannover, Hameln, Hildesheim, Oldenburg und Osnabrück), sind gefordert, ihre bestehenden Luftreinhaltepläne nachzubessern.

Quelle: Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen - Jahresbericht 2016



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