Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen 2015

Der Bericht beschreibt die Belastung der Luft durch partikuläre und gasförmige Stoffe in Niedersachsen im Jahr 2015 und gibt einen Überblick über die relevanten Kenngrößen zur Beurteilung der Luftqualität mit Bezug auf die immissionsschutzrechtlichen Regelungen.

Der Bericht enthält den validierten Überblick über die Messung der Schadstoffe in Niedersachsen gemäß 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung. Die Konzentrationswerte der Schadstoffe Benzol, Kohlenmonoxid und Schwefeldioxid verlaufen schon seit Jahren auf niedrigem Niveau und lagen daher auch im Jahr 2015 flächendeckend unterhalb der rechtlich vorgegebenen Grenzwerte. Die im Jahr 2015 durchgeführte Beurteilung für PM2,5 ergab auch Konzentrationswerte unterhalb des seit 2015 gültigen Grenzwertes. Näher zu betrachten sind die Schadstoffkomponenten Feinstaub (PM10), Stickstoffdioxid (NO2) und Ozon (O3), da hier Konzentrationen im Bereich der Grenz-, Ziel- und Schwellenwerte und zum Teil auch darüber gemessen wurden.

Im Jahr 2015 wurde für PM10, wie auch schon im Jahr 2014, landesweit keine Grenzwert­überschreitung beobachtet. Die Belastung durch Feinstaub war im Jahr 2015 im Mittel kleiner als im Vorjahr. Die WHO-Vorgabe von 20 µg/m³ wird allerdings noch bei 5 von 29 Stationen überschritten. Im Jahr 2015 waren auch deutlich weniger Tage erhöhter Feinstaubkonzentration zu verzeichnen als im Vorjahr. Die WHO-Vorgabe mit max. 3 Tagen mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 µg/m³ wird allerdings nur bei 6 von 29 Stationen eingehalten. Überschreitungen des nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Grenzwertes für den PM10-Tagesmittelwert wurden in Niedersachsen zuletzt im Jahr 2006 registriert.

Im Hinblick auf NO2 wurden Überschreitungen des seit 2010 gültigen Immissionsgrenzwertes (40 µg/m³) im Jahr 2015 nur an einigen verkehrsnahen Messstandorten registriert. Im Vergleich zum Vorjahr lagen die mittleren NO2-Konzentrationen in etwa auf gleichem Niveau. An einer von 29 Messstationen wurde der Stundenmittelwert (max. 18 h mit NO2-Stundenmittelwerten > 200 μg/m³) für 1 h nicht eingehalten. Damit wurde der Grenzwert nicht verletzt, aber die WHO-Vorgabe, dass kein Stundenmittelwert > 200 μg/m³ sein soll, wieder knapp gerissen.

Mit Beschluss der Europäischen Union vom 22. März 2013 wurde den Niedersächsischen Kommunen, in denen der NO2-Grenzwert von 40 µg/m³ punktuell noch überschritten wurde und die einen entsprechenden Antrag gestellt haben, eine Verlängerung der Frist für das Erreichen der NO2-Grenzwerte bis 31.12.2014 eingeräumt.

In der langjährigen Entwicklung ist die mittlere Belastung durch Ozon relativ gleichbleibend. Im Jahr 2015 wurde die Informationsschwelle (180 µg/m³) an 14 von 21 Stationen überschritten. Die Alarmschwelle von 240 µg/m³ wurde nicht überschritten. Der O3-Zielwert zum Schutz der menschlichen Gesundheit (max. 25 Tage mit gleit. 8h-MW >120 μg/m³, gemittelt über 3 Jahre) wurde 2014 an allen Messstationen erstmals eingehalten; 2015 gab es wieder eine Überschreitung mit 28 Tagen an der Station Wurmberg. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz von 120 µg/m³ (WHO: 100 µg/m³) wurde an allen Ozonmessstationen überschritten.

Insgesamt zeigte sich, dass die nach Bundes-Immissionsschutzgesetz gültigen Immissionsgrenzwerte in Niedersachsen im Jahr 2015 nur noch punktuell überschritten werden. Die Luftqualität in Niedersachsen war im Jahr 2015 durch im Vergleich zum Vorjahr geringere Feinstaubbelastung und eine erhöhte Ozonbelastung mit Schwerpunkt im Monat Juli, allerdings ohne Verletzung der Alarmschwelle von 240 µg/m³, gekennzeichnet.

Der NO2-Jahresgrenzwert in Höhe von 40 µg/m wird für das Jahr 2015 in folgenden Städten nicht eingehalten: Braunschweig, Göttingen, Hannover, Hameln, Hildesheim, Oldenburg und Osnabrück. Dies bedeutet, dass die Überschreitung des NO2-Grenzwertes von 40 µg/m³ im Jahr 2015 nach § 47 Absatz 1 Satz 1 BImSchG die Pflicht zur Erstellung eines Luftreinhalteplanes bzw. dessen Fortschreibung um weitere NO2-Minderungsmaßnahmen auslöst. Die Kommunen sind jetzt verpflichtet, unter Einbindung der Öffentlichkeit im Luftreinhalteplan darzulegen, dass die zusätzlich zu ergreifenden Minderungsmaßnahmen des Luftreinhalteplanes geeignet sind, den Zeitraum einer weiteren Überschreitung so kurz wie möglich zu halten.

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