Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz klar

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Flächeninformationen

Für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung sind belastbare Informationen über vorhandene Flächenreserven im Bestand eine unerlässliche Voraussetzung. Denn nur wenn bekannt ist, wie viel vom Flächenbedarf bereits durch Innenentwicklung gedeckt werden kann, ist eine bedarfsgerechte Siedlungsentwicklung nach dem Prinzip „innen vor außen" möglich.

Den Städten und Gemeinden wird daher empfohlen, die Baulandpotenziale des tatsächlich bebauten Bereichs (Baulücken, Brachflächen, Althofstellen) in einem Baulandlkataster flächendeckend zu erfassen:

Baulücken
Baulücken sind nicht bebaute bzw. minder genutzte Grundstücke und leerstehende Bausubstanz im Innenbereich.

Die quantitative Bedeutung des Potenzials an Baulücken wird regelmäßig unterschätzt. In vielen Städten und Gemeinden hat die Summe der vorhandenen Baulücken eine beeindruckende Menge an Nettowohnbauland ergeben. Selbstverständlich besagt die Erfassung der Baulücken noch nichts über ihre tatsächliche Verfügbarkeit. Aber die Erfahrung zeigt, dass hier beträchtliche Aktivierungsreserven vorliegen, die auf dem Markt, z. B. über eine gemeindeeigene Internet-Baulandbörse, angeboten werden können. Gleichzeitig wird damit ein bürgerfreundlicher Service für Grundstückssuchende und Zuzugswillige offeriert.

>>Beispiel: Gemeinde Barnstorf

Brachflächen
Brachflächen sind brachliegende, ehemals genutzte Industrie-, Gewerbe- oder militärisch genutzte Flächen.

Auf einigen dieser Grundstücke können Schadstoffbelastungen aus der Vornutzung vorhanden sein, die Boden und Grundwasser beeinträchtigen. Um die Wirtschaftlichkeit einer Wiedernutzung einschätzen zu können, sind historische Erkundungen über mögliche Bodenverunreinigungen bzw. weitergehende Untersuchungen von zentraler Bedeutung.

>>Beispiel: Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) hat ein Muster für ein Brachflächenkataster erarbeitet.

Althofstellen
Althofstellen sind leere und ehemals landwirtschaftlich genutzte (Alt-)Gebäude und Hofanlagen.

Der Strukturwandel in der Landwirtschaft, aber auch die demographischen Veränderungen wirken sich ganz unmittelbar auf die Dörfer aus, hier vor allem auf die Dorfkerne. Dort kommt es zunehmend zu einem schleichenden Verlust der dorftypischen Funktionsvielfalt. In vielen Dorfkernen nehmen leer stehende und ungenutzte Wohngebäude und Scheunen ständig zu.

Ein besonderer Schwerpunkt der Dorferneuerung wird deshalb künftig die Umnutzung leer stehender Bausubstanz und damit einhergehend in vielen Orten die Revitalisierung der Ortskerne sein. Das Bewusstsein für die Innenentwicklung verhindert auch den Flächenverbrauch landwirtschaftlicher Flächen.

>>Beispiel: Modellvorhaben Siedlungsflächenentwicklung Südniedersachsen


Nachnutzung alter Gebäude
Das Thema „Innenentwicklung in den Dörfern" durch Nachnutzung alter, leerstehender Gebäude wird zurzeit in 12 Modelldörfern mit der Fragestellung untersucht, ob nicht andere Formen der dörflichen Entwicklung, z. B. durch Nachnutzungskonzepte für vorhandene Bausubstanz, geeigneter sind, die erforderlichen Infrastrukturen zu schaffen. Das Vorhaben wird vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landentwicklung gefördert.

Folgekostenrechner
Durch Planung, Baureifmachung von Flächen und planungsbegleitenden Maßnahmen entstehen erhebliche Kosten. Art und Umfang der Kosten hängen vom jeweiligen Erschließungsaufwand und Erschließungsstandard ab. Auch wenn Erschließungskosten, d.h. die Kosten für die technische Infrastruktur wie Straßen, Abwasserrohre etc., zu einem großen Anteil von den Eigentümern getragen werden, haben die Kommunen die Unterhaltungs- und Instandhaltungskosten, d.h. die langfristig anfallenden Kosten, zu tragen. Hinzu kommen die Kosten für die Errichtung und den Unterhalt von sozialen und kulturellen Infrastruktureinrichtungen wie Kindergärten, Bibliotheken etc.

Schon in der Planung sollte deutlich werden, welche Belastungen für den kommunalen Haushalt (Schattenkosten) mit Flächenausweisungen verbunden sind. Diese sind den natürlichen, technischen und finanziellen Ressourcen in einer langfristigen Betrachtung gegenüberzustellen.

Um Kostentransparenz in der Siedlungsentwicklung im Bereich Wohnen und Gewerbe zu schaffen, wurden inzwischen verschiedene Werkzeuge und Modelle zur Kosten-Nutzen-Betrachtung (bzw. der Folgekostenbetrachtung) entwickelt.

>>Beispiele: Fokus BW, Was kostet mein Baugebiet, Lean²


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01.12.2010

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