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Klimawandel Norddeutschland: 4. Regionalkonferenz zur Zukunft der norddeutschen Regionen - Strategien und Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels in der Diskussion

Pressemitteilung Nr. 209/2016


Über 300 Gäste nahmen an der 4. Regionalkonferenz Klimafolgenanpassung der nord­deutschen Länder nach Hannover. Gastgeber in diesem Jahr war der niedersächsische Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz Stefan Wenzel: „Zunehmende Belastungen durch Extremwetter, Hochwasserereignisse, Starkregenniederschläge, längere Trocken­perioden und gesundheitliche Beeinträchtigungen sind bereits spürbare Folgen des Klimawandels - auch in Norddeutschland.“


Die diesjährige Regionalkonferenz im Rahmen der Deutschen Anpassungsstrategie an die Folgen des Klimawandels hatte zum Ziel, das Bewusstsein für den Klimawandel und seine Folgen insbesondere für die landschaftlich sehr unterschiedlichen norddeutschen Regionen zu schärfen. Stefan Wenzel: „Der Klimawandel lässt sich bremsen, aber nicht abrupt stoppen. Deshalb wird es notwendige Anpassungen beim Küstenschutz, bei der Land­bewirtschaftung, in der Gesundheitsvorsorge und in vielen anderen Bereichen geben müssen. Niedersachsen hat dazu bereits ein Klimagesetz auf den Weg gebracht, das Energieszenario 2050 erarbeitet und die Niedersächsische Anpassungsstrategie zu den Folgen des Klimawandels vorgelegt. Um zielgerichtet reagieren zu können, wird zudem ein Klimakompetenznetzwerk aufgebaut."


Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit: "Die Anpassung an den Klimawandel wird jetzt eine Daueraufgabe und damit ein Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Je länger es dauert, die Treibhausgas­emissionen auf ein klimaneutrales Niveau zu drücken, desto ausgeprägter werden die Auswirkungen auf die Regionen in Deutschland sein. Hier gilt es Vorsorge zu treffen. Die Bundesregierung hat deshalb die Deutsche Anpassungsstrategie erarbeitet. Bund und Länder haben darin über 140 Maßnahmen vereinbart, die die Kommunen und die Bundes­länder bei ihren Aktivitäten unterstützen sollen. Bei der Klimaanpassung ist Deutschland damit im internationalen Vergleich gut aufgestellt."


Dr. Ingrid Nestle, Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein: „„Bei der Reduzierung von Treibhaus­gasen ist Deutschland kein leuchtendes Vorbild. Das Klimaschutzziel 2020, die CO2-Emissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken, wird Deutschland verfehlen oder bestenfalls knapp erreichen. Damit wird die Bundesrepublik der für sich selbst rekla­mier­ten Vorreiterrolle nicht gerecht. Nach den großen Worten zur Pariser Klimaschutz­konferenz sollte die Klimapolitik intensiviert statt ausgebremst werden, denn die Folgen des Klimawandels sind längst auch bei uns angekommen. Längst sind die Menschen selbst durch extreme Unwetterereignisse und verschiedenste gesundheitliche Folgen unmittelbar betroffen – und Schleswig-Holstein muss sich auf weiter steigende Millionenbeträge für den Küstenschutz einstellen“.


Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Landesentwicklung des Landes Mecklenburg-Vorpommern: „Es liegt in unserer aller Verantwortung, die Emissions­minderung umfassend voranzutreiben. Wenn bis Mitte des Jahrhunderts weltweit Treibhaus­gasneutralität erreicht sein soll, stehen wir noch vor gewaltigen Herausforderungen. Zudem müssen wir uns auf die Folgen des Klimawandels einstellen. Denn unsere Infrastruktur, die Land- und Forstwirtschaft, der Tourismus und nicht zuletzt unsere wertvolle naturräumliche Ausstattung werden zunehmend vom Klimawandel betroffen sein. Im neuen Landesraum­entwicklungsprogramm von Mecklenburg-Vorpommern wurde daher festgeschrieben, dass diese Belange in allen raumbedeutsamen Planungen zu berücksichtigen sind.“


Jan Kerstan, Senator für Umwelt und Energie der Freien Hansestadt Hamburg: „Hamburg steht vor der Herausforderung, sich als wachsende und verdichtende Stadt an den Klimawandel anpassen zu müssen. Im Hamburger Klimaplan haben wir unsere Strategie festgelegt, wie wir die weitere Stadtentwicklung, den Klimaschutz und die Klimaanpassung miteinander verbinden können. Eine herausragende Rolle nimmt dabei die Integration eines modernen, vorbildlichen Regenwasser-Managements in die Stadtentwicklung ein.“


Dr. Joachim Lohse, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Bremen: „Bremen bereitet sich auf vielfältige Weise auf die Folgen den Klimawandels vor: Bereits heute sind zum Bei­spiel Aspekte der städtischen Wärmeinseln und des Umgangs mit Starkregen im Flächen­nutzungsplan der Stadtgemeinde Bremen integriert. Schon heute werden die Deiche gegenüber dem zukünftigen Meeresspiegelanstieg ertüchtigt. Bremen unternimmt diese Anstrengungen im Sinne eines zukunftsorientierten Risikomanagements, für den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit und der langfristigen Verbesserung der Lebensqualität. Dies wurde im Jahr 2015 auch im Klimaschutz- und Energiegesetz des Landes festgeschrieben, wonach sich das Land Bremen verpflichtet, gemeinsam mit den Stadtgemeinden eine Klima­anpassungs­strategie zu entwickeln.“


Christian Gaebler, Staatssekretär für Verkehr und Umwelt Berlin: „Als dicht besiedelte Großstadt muss Berlin seine Stadträume und Infrastrukturen gegenüber den Auswirkungen des Klimawandels nachhaltig anpassen und widerstandsfähig machen. In Berlin geht es dabei vor allem darum, auch unter den Bedingungen des Klimawandels und einer wachsen­den Stadt ein lebenswertes Wohnen sicherzustellen. Mit dem Berliner Energiewendegesetz und dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm haben wir dafür unter Beteiligung einer breiten Öffentlichkeit die notwendigen Instrumente bereits geschaffen.“


Die 4. Regionalkonferenz ist eine Gemeinschaftsveranstaltung der norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein sowie der Stadt Berlin und des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit.


Mehr dazu unter: www.umwelt.niedersachsen.de/klimawandel-norddeutschland/


Artikel-Informationen

erstellt am:
02.11.2016

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