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Reduzierung des Flächenverbrauchs: Niedersächsischer Weg macht Vorschläge

PI 67/2022


Im Niedersächsischen Weg ist unter Punkt 14 das Ziel formuliert worden, dass die Neuversiegelung von Flächen in Niedersachsen bis zum Jahr 2030 auf unter drei Hektar pro Tag reduziert werden soll. Außerdem gibt die niedersächsische Nachhaltigkeitsstrategie vor, dass die Neuinanspruchnahme von Flächen bis 2030 auf weniger als 4 ha pro Tag zu reduzieren ist. Bis spätestens zum Jahr 2050 soll der Flächenverbrauch bei „Netto Null“ liegen. Derzeit werden jedoch in Niedersachsen täglich rund 6,6 Hektar als Siedlungsflächen und Verkehrsflächen neu ausgewiesen, die Tendenz ist weiter steigend (Quelle: LSN, 2021).

Die Vertragspartner im Niedersächsischen Weg haben daher jetzt Eckpunkte zum Flächenverbrauch formuliert und veröffentlicht. Neben den Unterzeichnern des Niedersächsischen Weges brachten sich die kommunalen Spitzenverbände sowie weitere Stakeholder und Experten aus Raumentwicklung und Planung ein.

„Wir müssen unseren Flächenverbrauch drastisch reduzieren, denn praktisch jede Fläche, die wir überbauen und damit versiegeln, ist für die Natur unwiederbringlich verloren“, sagte Umweltminister Olaf Lies. „Um das gesetzte Ziel zu erreichen, brauchen wir vor allem mehr Bewusstsein in den zuständigen Behörden vor Ort. Daher ist die Zusammenarbeit mit den Spitzenverbänden essentiell für das gemeinsame Ziel.“

Das Eckpunktepapier schlägt Maßnahmen sowohl zur Neuversiegelung, als auch zur Flächen-Neuinanspruchnahme vor, die drei Themenblöcken zugeordnet werden können: „Das Land als Vorbild“, „Planung und Planungssicherheit“ und „Förderung und Ökonomie“. Die einzelnen Maßnahmen sehen neben der Vorbildrolle, die das Land einnehmen soll, die Einrichtung eines begleitenden Gremiums vor. Dazu soll eine gute, begleitende Kommunikation zu allen Maßnahmen und Zielen kommen, transparente Flächensparziele für alle Planungsebenen sind ein Ziel, das Flächenmanagement soll gestärkt werden. Die digitale Unterstützung und Beratung, auch um Fehlentwicklungen frühzeitig vorzubeugen, soll aufgebaut werden, die Mobilitätswende genutzt und die Energiewende begleitet werden, Flächenrecycling soll gefördert und Fehlanreize sollen abgebaut werden.

Zur Sensibilisierung der Entscheidungsträger vor Ort ist eine Informationskampagne geplant. Unter anderem über einen Newsletter sollen diese mit Hintergrundinformationen, Best-Practice-Beispielen und weiteren Informationen versorgt werden.

Hintergrund:

Die Inanspruchnahme von Flächen durch Siedlung und Verkehr führt zu einer langfristigen Beeinträchtigung von Böden mit Auswirkung auf die natürlichen Bodenfunktionen (Lebensraum, Bestandteil des Naturhaushaltes, Schutz des Grundwassers), die Nutzungsfunktionen (Standort für Land- und Forstwirtschaft) und die Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte. Ein einmal überbauter Boden ist mit seinen natürlichen Funktionen mittelfristig nicht wieder herstellbar. Vielmehr sind durchschnittlich 150 Jahre erforderlich, bis sich auf natürlichem Wege ein Zentimeter fruchtbarer Boden bildet.

Die stärksten negativen Auswirkungen treten bei der Versiegelung von Böden auf. Durch Versiegelung gehen unter anderem die Wasserdurchlässigkeit und -speicherfähigkeit, die Bodenfruchtbarkeit, die Filterwirkung gegenüber Schadstoffen, aber auch der Lebensraum für Pflanzen und Tiere verloren. Gemäß der niedersächsischen Nachhaltigkeitsstrategie ist außerdem die Neuinanspruchnahme von Flächen bis 2030 auf weniger als 4 ha pro Tag zu reduzieren.

Der Niedersächsische Weg als breite Allianz aus Naturschutz, Landwirtschaft und Politik hat sich verpflichtet, konkrete Maßnahmen für einen verbesserten Natur-, Arten- und Gewässerschutz umzusetzen. Die hierfür notwendigen Schritte und Maßnahmen werden auch weiterhin in Arbeitsgruppen diskutiert und beschlossen. Derzeit gehen die beschlossenen Maßnahmen niedersachsenweit in der Fläche in die Umsetzung.



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Artikel-Informationen

erstellt am:
20.05.2022

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