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Hof Möhr und Uhlenstieg: Geschichte, die im Boden steckt

Der Hof Möhr bei Schneverdingen ist Sitz der Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz (NNA). Dort zeigt ein Boden- und Landschaftspfad, der Uhlenstieg, wie der Mensch in die Landschaft der Lüneburger Heide eingegriffen hat und sie so formte, wie wir sie heute vorfinden. Nicht zufällig wurde der Hof Möhr nämlich genau an dieser Stelle errichtet: Die Bodenverhältnisse ermöglichten neben dem Ackerbau und der forstlichen Nutzung auch den Abbau von Lehm für die Ziegel zum Hausbau.

Der Boden im Bereich des Hofes ist lehmiger als der typische sandige Boden der Heiden. Die Menschen erkannten schon früh die Unterschiede, nutzten den fruchtbaren Boden für den Ackerbau oder gewannen Ton und brannten Ziegel. Die Heide wurde abgeplaggt, um Einstreu und Dünger für die Ackerflächen zu gewinnen.

Die ökologischen Folgen dieser einschneidenden Veränderungen werden hier erläutert. Drei für die Heide typische Bodenprofile sind zu besichtigen und verdeutlichen die landschaftsökologischen Zusammenhänge.

Bodenprofil I: Podsol
Im Übergang zwischen Moorwald und offener Heide können Sie einen Blick auf den typischen Boden der Heide werfen. Das hier aufgegrabene Bodenprofil zeigt einen
Podsol, in der Heide auch „Aschenboden“ genannt.

Bodenprofil II: Pseudogley-Braunerde unter historisch altem Wald
Im Möhrer Wald finden wir als Boden eine Pseudogley-Braunerde, wie sie für Gebiete mit Geschiebelehm in der Lüneburger Heide typisch ist. Die großen Buchen gedeihen in der Lüneburger Heide nur auf diesen Standorten so gut. Achten Sie auf die jungen Schösslinge und stellen Sie fest, wie schnell sich der Wald hier natürlich verjüngt.

Bodenprofil III: Pseudogley-Braunerde unter ehemaligem Acker
Deutlich ist bei dieser Pseudogley-Braunerde die ehemalige Ackernutzung anhand der oberen, durch Humusanreicherung dunkler gefärbten Schicht zu erkennen. Die scharfe untere Kante dieser Schicht markiert den früheren Pfl ughorizont. In nassen Zeiten staut sich hier deswegen das Sickerwasser.

Pseudogley nennt man in der Bodenkunde die durch Staunässe geprägten Böden mit einem jahreszeitlich bedingten Wechsel von Vernässung und Austrocknung. Das Niederschlagswasser kann wegen des verdichteten Untergrundes nur unvollständig versickern.
Heidelandschaft @Fotolia.de/ Fabian Spring

Heidelandschaft im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide (Foto: Spring/Fotolia)

Kontakt

NNA - Alfred Toepfer Akademie für Naturschutz
Hof Möhr
29640 Schneverdingen
(05199) 989-10

poststelle@nna.niedersachsen.de

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