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Klimawandel und Klimafolgenanpassung in Niedersachsen

Die durch Menschen verursachten Treibhausgasemissionen sind maßgeblich verantwortlich für die überdurchschnittlich rasche Erwärmung der Erdatmosphäre. Die Folgen des Klimawandels sind schon heute zu spüren und werden sich künftig noch verstärken. Sie äußern sich unter anderem durch einen Anstieg des Meeresspiegels, die Erwärmung und Versauerung der Ozeane, eine Veränderung der globalen und regionalen Niederschlagsverhältnisse sowie durch die Zunahme extremer Wetterereignisse. Diese Klimaveränderungen wirken sich weitreichend und unumkehrbar auf die verschiedenen Ökosysteme aus – mit zunehmenden ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen.

Die Weltgemeinschaft hat auf der 21. Weltklimakonferenz 2015 in Paris vereinbart, die Erwärmung der globalen Durchschnittstemperatur deutlich unter 2 °C gegenüber vorindustrieller Zeit zu halten und Anstrengungen zu unternehmen, die Erhöhung auf 1,5 °C zu begrenzen. Dazu müssen die globalen Treibhausgas-Emissionen bis 2030 halbiert werden, spätestens 2050 müssen die Emissionen bei Netto-Null liegen. Derzeit liegt die globale Erwärmung bereits bei etwa 1,1 °C.

Auch in Niedersachsen zeigt sich der Klimawandel immer deutlicher: Im Zeitraum 1881 bis heute zeigt sich eine Temperaturzunahme von etwa 1,7 °C im Jahresdurchschnitt. Auch der vieljährige Mittelwert der Referenzperiode 1961 bis 1990 von 8,6 °C ist mittlerweile auf 9,7 °C im aktuellen 30-jährigen Bezugszeitraum 1991 bis 2020 gestiegen. 2020 war mit einer Mitteltemperatur von 10,9 °C das bisher wärmste Jahr in Niedersachsen, dicht gefolgt von 2014 mit 10,8 °C.


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Die Jahresniederschlagssummen sind von 1881 bis heute um gut 80 mm gestiegen. Die Zunahme zeigt sich besonders im Herbst und Winter. Gleichzeitig sind trockenere Frühjahre und Sommer mit einzelnen Starkregenereignissen zu beobachten, die beispielsweise auch Auswirkungen auf die Wachstumsphasen der Pflanzen mit sich bringen. So hat sich der Beginn der Apfelblüte für den 30-jährigen Zeitraum 1961 bis 1990 im Vergleich zu dem Zeitraum 1990 bis 2019 im Mittel um 12 Tage nach vorn verschoben.

Das Land Niedersachsen muss den Klimafolgen frühzeitig entgegenwirken, damit es nicht zu dramatischen Folgen kommt. Einige der wichtigsten Arbeiten werden hier aufgeführt.

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Niedersächsisches Kompetenzzentrum für Klimawandel (NiKo)

Das in 2021 eingerichtete Kompetenzzentrum für Klimawandel, kurz NiKo, ist die zentrale Stelle in Niedersachsen, wenn es um den Klimawandel und seine Auswirkungen geht.

Wir beraten und informieren zum Klimawandel, seinen Folgen und zur Klimafolgenanpassung.




Aufgaben

Förderhinweise

  • Förderung von Maßnahmen zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Link).
  • Förderung von Klimaanpassung in sozialen Einrichtungen (z.B. Alten- und Pflegeheime, Kindertagesstätten, Krankenhäuser) durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Link).
  • Förderung von Anpassung urbaner Räume an den Klimawandel durch das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (Link).

Projekte

  • Klimaextreme in CMIP6-Klimaprojektionen für Niedersachsen („Blockierende Wetterlagen“), Laufzeit: 2020-2023, Projektbearbeitung: Institut für Atmosphäre und Umwelt der Goethe-Universität Frankfurt am Main


Klimakompetenznetzwerk Niedersachsen

Das Netzwerk befindet sich derzeit im Aufbau. Es dient dazu, die mit dem Klimawandel beschäftigten öffentlichen Institutionen des Landes zu vernetzen. Dadurch sollen Synergien, Kooperationen und Projekte geschaffen werden.

Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Derzeit erarbeitet das Land eine Anpassungsstrategie für Niedersachsen. Die Veröffentlichung erfolgt Ende 2021.

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Klimawirkungsstudie / Faktenblätter


Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz hat im Jahr 2019 die "Klimawirkungsstudie Niedersachsen" sowie die darauf basierenden Faktenblätter veröffentlicht. Die Studie bildet neben dem Klimareport des DWD von Juni 2018 eine weitere Datengrundlage für die Anpassung an die Klimafolgen. Die ermittelten Daten belegen, dass der Klimawandel Grundwasser, Böden und Oberflächengewässer in Niedersachsen massiv beeinträchtigt. So wird beispielsweise die Grundwasserneubildung im Sommer abnehmen. Zugleich ist unter den bisherigen Anbauverhältnissen ein erhöhter Wasserbedarf, zum Beispiel für die Feldberegnung, zu erwarten.

Die Faktenblätter finden Sie im Randbereich dieser Webseite.

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Klimabericht Niedersachsen

Der „Klimareport Niedersachsen " gibt einen Überblick über die Klimaentwicklung in Niedersachsen und stellt eine wichtige Wissensgrundlage für Anpassungsmaßnahmen an den Klimawandel in Niedersachsen dar. Grundlage für die Zusammenarbeit zwischen dem DWD und dem Umweltministerium ist eine Verwaltungsvereinbarung die getroffen wurde, um insbesondere den Risiken klimawandelbedingter Extremereignisse in Niedersachsen besser begegnen zu können. Auch Vertreterinnen und Vertreter weiterer Institutionen wie das Institut für Meteorologie und Klimatologie (IMUK) der Leibniz Universität Hannover, NLWKN und LBEG haben an diesem Bericht mitgewirkt.

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