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Etappe 1 - Landschaft und Natur

Landschaft und Natur

Die Marsch, Moore und die Geest sind charakteristisch für die Landschaft und Natur entlang dieser Etappe.

Das hat die Weser gemacht – Hochland und Sietland

Die Etappe startet in Sandstedt an der Weser. Der Name Sandstedt deutet darauf hin, dass die Weser hier in Ufernähe unmittelbar am Hauptstrom sandiges Material abgelagert hat. Dadurch hat sich ein sogenanntes Hochland gebildet, das gut entwässert war und sich historisch schon als Siedlungsplatz eignete.

Auf den ersten fünf Kilometern durchquert man die Marsch in östlicher Richtung und bekommt einen Eindruck, wie groß das ursprüngliche Überschwemmungsgebiet der Weser vor der Eindeichung war.

Weiter entfernt vom Hauptstrom setzten sich bei Hochwasser die feineren Bodenpartikel ab und bildeten tonige Böden. Die tonige Marsch ist sehr fruchtbar und wird heute intensiv landwirtschaftlich genutzt. Weil weniger Sedimente bis hier her kamen, liegt die Marsch tiefer. Sie wird als Sietland bezeichnet. Vor dem Geestrand liegt die Marsch sogar unter dem Meeresspiegel. Hier konnten das Wasser der Überschwemmungen und das aus der Geest aussickernde Grundwasser nicht mehr abfließen, so dass sich nasse Moore bildeten. Während die Marsch sonst weitgehend unbewaldet ist, erkennt man die Reste der Geestrandmoore an den Erlen- und Birkenwäldchen.

Das Erbe der Gletscher

Der Anstieg auf die Altmoränenlandschaft der Wesermünder Geest beträgt zirka 15 Höhenmeter. Die Naturerleben Rad-Route führt durch die charakteristische, flachhügelige Geestlandschaft mit dem Wechsel von Grünländern und Ackerflächen, Wäldern und Mooren, Bachniederungen und Seen.

Die Wesermünder Geest wurde vor zirka 130.000 Jahren von der Saaleeiszeit nach dem Abschmelzen der Gletscher hinterlassen. Die Böden bestehen regional unterschiedlich aus mehr oder weniger lehmigen Sanden oder Lehm, teilweise mit flachen Flugsandfeldern oder sogar Dünen überdeckt. Im Laufe der Jahrtausende wurde viel Kalk aus den Böden ausgewaschen, so dass überwiegend saure Bodenverhältnisse vorherrschen.

Die sandigen, trockenen Standorte werden als Acker genutzt, unterbrochen von lichten Eichen- und Birkenwäldern. Auf lehmigen Böden kommen eher Buchenwälder vor. Nasse Standorte werden häufig als saftige Wiesen und Weiden genutzt. Auf vermoorten Böden, die sich nicht mehr entwässern lassen, findet in der Regel gar keine Nutzung mehr statt. Hier wachsen wie im Sietland Schilfröhrichte oder Wälder aus Erlen und Birken.

Seltene Extremisten

Für den Naturschutz sind in dieser Landschaft gerade die Extremstandorte wichtig, die entweder besonders nährstoffarm, trocken oder nass sind (zum Beispiel Heide, Moor, Klarwasserseen). Die intensive Nutzung, Entwässerung und Düngung durch die Landwirtschaft führten dazu, dass derartige Standortbedingungen immer seltener wurden und damit auch die Lebensräume für daran angepasste Tier- und Pflanzengemeinschaften rapide schwanden. Ein trauriges Schicksal, das auch die meisten Moore betrifft.

Moore als Klimaschützer

Vor der Kultivierung durch den Menschen bedeckten Hoch- und Niedermoore weite Teile Niedersachsens. Erst heute wird ihre Bedeutung nicht nur für ihre spezialisierte Tier- und Pflanzenwelt, sondern auch für den Klimaschutz erkannt. Ein Umdenken findet statt, nach und nach werden die ausgetrockneten Moorböden wiedervernässt.

Was Moore mit dem Klimawandel zu tun haben? Wachsende Moore fangen das Kohlendioxid (CO2) der Atmosphäre ein, speichern es im Torfboden und wirken so der Klimaerwärmung entgegen.

Moorlandschaft mit Wollgras

Moorlandschaft mit Wollgras

Marsch- und Geestlandschaft am Wolligster See

Marsch- und Geestlandschaft am Wolligster See

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