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Etappe 4 Nordkehdingen

Nordkehdingen

In den insgesamt 8.000 Hektar großen Naturschutzflächen in der Nordkehdinger Marsch befinden sich international bedeutsame Brut-, Nahrungs- und Rastflächen für zahlreiche Vogelarten.

Das Naturschutzgebiet umfasst auch Nutzflächen im Mündungsbereich der Elbe. Landwirte und Naturschützer kooperieren hier, um die seltenen Tier- und Pflanzenarten zu schützen. Grünlandwirtschaft erfolgt in diesem Bereich extensiv, u.a. ohne den Einsatz von Spritz- und Düngemitteln. Die Mahd erfolgt erst nach der Brutsaison der Wiesenvögel. Durch diese Maßnahmen konnten sich artenreiche Pflanzengesellschaften entwickeln. Sie verwandeln das Deichvorland im Sommer in ein buntes Blütenmeer.

Die weiten, flachen Marschflächen und die vorgelagerten Außendeichsflächen und Wattbereiche sind Anziehungspunkte für verschiedenste Vogelarten. Insbesondere im Frühjahr und Herbst während des Vogelzuges rasten hier unzählige Vögel in großen Schwärmen. Bis zu 80.000 Nonnengänse können hier im Herbst an einem Tag beobachtet werden. Im Frühjahr sind Uferschnepfen und Bekassinen bei ihren auffälligen Balzflügen zu sehen. Auch Seeadler nutzen das Gebiet zur Jagd. Teile des Naturschutzgebietes gehören zum europäischen Schutzgebietssystem Natura 2000.

Naturschutzstation Unterelbe

Freiburg (Elbe), der „Hauptstadt“ Kehdingens, ist der Sitz der Naturschutzstation Unterelbe. Die Mitarbeiter betreuen die Schutzgebiete und sind Spezialisten für alle Naturschutzfragen der Region.

Charaktervolle Bewohner am Fluss

An natürlichen Uferabschnitten sieht man bei Niedrigwasser auf den tiefsten Flächen im Fluss vegetationsfreies Watt. Etwas höher stehen salztolerante Pflanzen und Binsen, dann folgt ein Schilfgürtel und noch weiter zum Land hin wachsen Hochstauden und Weidenbüsche. Jede dieser Zonen beheimatet eine charakteristische Tier- und Pflanzenwelt.

Die typischen Vogelarten der unterschiedlichen Zonen haben perfekt angepasst Füße und Schnäbel für die Fortbewegung und Nahrungsaufnahme auf schlammigem oder dicht bewachsenem Untergrund. In den Weiden- und Schilfgürteln leben die kleinen, wendigen Blaukehlchen und Beutelmeisen. Sie bauen im Schutz der hohen Vegetation ihre Nester. In der niedrigen ufernahen Vegetation halten sich gerne Gänse auf. Hier finden sie Schutz vor Feinden und reichlich pflanzliche Nahrung. Die pflanzenfreien Wattbereiche schließlich dienen einer Vielzahl von Vögeln als Nahrungshabitat: Säbelschnäbler „mähen“ im Flachwasser mit ihren nach oben gebogenen Schnäbeln Kleinstlebewesen vom Boden, Brachvögel durchstochern mit ihren lan-gen, nach unten gebogenen Schnäbeln den weichen Boden auf der Suche nach Bodentieren.

In der Region Unterelbe lassen sich ganzjährig viele Vogelarten beobachten. Je nach Jahreszeit variieren die Vogelarten und –bestände.

Entlang des Gebietes gibt es auch für Radfahrer mehrere Rastmöglichkeiten, wettergeschützte Beobachtungshütten sowie Informationstafeln. Im Naturschutzgebiet Nordkehdingen bestehen zum Teil saisonale Einschränkungen in der Nutzbarkeit der Wege.

Natürlich Niedersachsen  

Nonnengänse in Nordkehdingen

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