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Etappe 6 Landschaft und Natur

Landschaft und Natur

Der Fluss Este, seine Niederung und Quellbäche sind charakteristisch für die Landschaft und Natur entlang dieser Etappe.

Lebensader zwischen Heide und Elbe

Die Kraft des fließenden Wassers hat den Gewässerlauf gestaltet. Da, wo hartes Bodenmaterial dem Wasser den Weg verwehrt, hat sich der Bach neue Wege gesucht. Auf diese Weise sind natürliche Bachschleifen entstanden, sogenannte Mäander. Der mäandrierende und dynamische Bachverlauf wird insbesondere durch die Querungen des Gewässers im Verlauf der Route erlebbar.

Die blau schimmernden Lebensadern beherbergen einen außerordentlichen Reichtum an Lebensgemeinschaften aus Tieren und Pflanzen. Nebenbäche der Este verraten durch ihre Namen wie „Perlbach“ oder „Goldbeck“, welch kostbare Schmuckstücke die kleinen Bäche noch bis in die 1970er Jahre in sich bargen.

Spuren in der Tiefe

Nicht nur die Oberfläche der umliegenden Landschaft, auch der Gewässergrund der Este ist von den vergangenen Eiszeiten geprägt. Kiese und Steine als Hinterlassenschaften der Gletscher wurden vom fließenden Wasser freigestrudelt. Dort, wo der Mensch nicht in das natürliche Gefüge eingegriffen hat, prägen Steine unterschiedlicher Größe auch heute das Bett und die Sohle des Baches.

Eine solche Kiessohle ist für viele Geestbäche des nordwestdeutschen Tieflands charakteristisch. Durch die unterschiedlich geformten großen und kleinen Steine entsteht ein vielfältiges Mosaik von Lebensräumen im Wasser. Flache strömungsberuhigte Zonen wechseln mit sprudelnden Flussrinnen und gemächlich dahinfließenden Bachabschnitten. Die strömungsberuhigten Räume zwischen den Steinen, das sogenannte Interstitial, bildet den Lebensraum für zahlreiche wirbellose Tierarten und Jungfische.

Faszination Aue

Bei starken Regenfällen sowie während der Schneeschmelze fließt oft mehr Wasser von den Hangtälern in die Este als gleichzeitig abfließen kann. Dadurch entstehen Hochwasser, die über die Ufer treten und die angrenzenden Flächen überschwemmen. Solche Hochwasser sind keine „Katastrophen“, sondern ganz natürliche Ereignisse in einer Flusslandschaft. Sie versorgen die überschwemmten Flächen, die sogenannte Flussaue, mit Nährstoffen. Damit setzen sie die Voraussetzung dafür, dass sich im Estetal bunte, artenreiche Feuchtwiesen, dichte Röhrichte und nahezu unbegehbare Erlenbruchwälder entwickeln konnten. Vorausgesetzt, der Natur wird nicht ins Handwerk gepfuscht …

Wo der Mensch eingreift

Frei mäandrierende Gewässerläufe und naturnahe Auen gehören heute in unserer intensiv genutzten Kulturlandschaft leider zur Ausnahme. Durch Begradigung, Vertiefung und Eindeichung der Gewässer sind wesentliche Anteile der natürlichen Lebensraumvielfalt verloren gegangen. Die Entwässerung und intensive landwirtschaftliche Nutzung vieler Aueflächen oder gar der Bau von Wohnhäusern in den ursprünglichen Überschwemmungsgebieten tun ein Übriges. Dem Gewässersystem wird nicht nur sein Vermögen zur natürlichen Rückhaltung von Hochwassern genommen, sondern auch die bunte und vielfältige Auenlandschaft wird so zerstört.

Naturschutz hautnah

Aus den Fehlern der Vergangenheit haben die Menschen gelernt: Heute treiben Landkreise, Naturschützer und Gewässerunterhaltungsverbände die Entwicklung von Natur und Landschaft im Talraum der Este und ihrer Nebenbäche gemeinsam voran.

Mit welchen Maßnahmen kann man die natürliche Dynamik eines Gewässers fördern? Was muss man tun, damit Fischotter, Forelle und Co. zurückkehren? Im Verlauf der Route entlang des Estetals entdecken aufmerksame Beobachter unterschiedliche Maßnahmen, die eine naturnahe Entwicklung Este unterstützen.

Natürlich Niedersachsen  

Die Este und ihre Niederung

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