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Den Moorgeheimnissen auf der Spur - Internationaler Naturpark Bourtanger Moor - Bargerveen

Blick in das Naturschutzgebiet Geestmoor. @Intention  
Blick in das Naturschutzgebiet Geestmoor. @Intention

Kein See, aber auch kein festes Land: Das Moor ist ein einzigartiger, fast exotischer Lebensraum. Es klingt anders, es riecht anders und es sieht vollkommen anders aus als alle übrigen Landschaften Europas. Wer im deutsch-niederländischen Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen auf Entdeckungsreise geht, erlebt eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Den blauen Moorforsch etwa und das Farbenspiel von 30 unterschiedlichen Tagfaltern, die Sumpfohreule, die am hellen Tage jagt, und nahezu 300 weitere Vogelarten, die zum Teil nur hier heimisch sind.

Herzstück des deutsch-niederländischen Naturparks ist das Natura 2000-Gebiet Bargerveen, in dem ein aktives, lebendiges Stück des einstmals größten Hochmoorgebietes in Europa erhalten blieb. Hier wachsen weder Baum noch Strauch in die Höhe sondern nur der Boden selbst – etwa ein Millimeter pro Jahr. Dafür sorgen die winzigen Torfmoose, die nichts als Luft und Regen brauchen, um zu gedeihen. Sie bilden die Grundlage einer einmaligen Lebensgemeinschaft mit dem kleinen Pflänzchen Sonnentau etwa, das Insekten fängt, und der Moorlilie, die mit ihren leuchtend gelben Blüten die allersumpfigsten Stellen markiert. Hier lassen sich Vögel beobachten, die man anderorts kaum dem Namen nach kennt: Neuntöter und Ziegenmelker etwa. Und das Blaukehlchen, dem ein gut fünfeinhalb Kilometer langer Rundwanderweg ab Twist gewidmet ist. Tafeln an einem Vogelbeobachtungsturm liefern Informationen über den kleinen Moorvogel sowie über 27 weitere, bedeutende Vogelarten der Region.

Gerade Linien und rechte Winkel – der Grund für diesen besonderen Verlauf der Wege und Wasserläufe liegt in der Geschichte der Region, die ebenfalls bei geführten Exkursionen und an Infostationen der Wege erläutert wird. Denn bereits vor Jahrhunderten begannen die Menschen hier, Torf abzubauen und das Moor in Wiesen und Äcker zu verwandeln. Dafür mussten sie es zuerst trocken legen – mit Hilfe der schurgeraden Gräben und Kanäle. Heute werden große Flächen „wiedervernässt“, das heißt: Hier beginnt mit Hilfe des Menschen, neues Moor zu wachsen. Andernorts entstanden auf früheren Moorflächen Wälder und Heide.

Mehr über diese spannenden Entwicklungen erfahren die Besucher auch in den Museen der Region.

Herzlich Willkommen im Naturpark Bortanger Moor – Bargerveen!

Im größten Freilichtmuseum der Niederlande: Der Veenpark „De Wereld van Veen“ in Barger-Compascuum macht in zwei historischen Dörfern den Alltag der früheren Moor-Kolonisten hautnah erlebbar – vom mühseligen Torfstechen über traditionelle Handwerke wie dem Holzschuhschnitzen bis zur Bootsfahrt auf den typischen Kanälen.

Wie sich das Verhältnis des Menschen zum Moor wandelte, zeigt das Emsland Moormuseum. Dreh- und Angelpunkt der zentralen Ausstellung zur Geschichte der Region ist „Mammut“, der größte Pflug der Welt. Angetrieben von vier Dampf-Lokomobilen mit insgesamt 2000 PS verwandelte er links der Ems Hochmoore in Ackerland. Hier fanden viele Menschen ein neues Zuhause, die im Zweiten Weltkrieg ihre Heimat verloren hatten. Diese und viele weitere Geschichten erzählt das Museum mit Hilfe von Karten und Bildern, künstlerischen Inszenierungen und Filmen.

Das Van Gogh Haus in Nieuw-Amsterdam zeigt beispielhaft, wie die Moorlandschaft berühmte Künstler inspirierte.

Im „Industrieel Smalspoor Museum Erica“ ist das wichtigste Torf-Transportmittel unterwegs: Schmalspurbahnen. Trotz der weichen Moorböden halten hier Fahrgast-Waggons und Loks verlässlich die Spur. Eines der Ziele: eine historische Torfstreufabrik.

Die Kulturgeschichte der Region vermittelt die „Collectie Brands“ in Nieuw-Dordrecht. Bücher, Bilder, Handschriften, Karten, Münzen und Alltagsgegenstände machen die Historie des Moorlandes greifbar.

Das „Veenloopcentrum Weiteveen“ bietet unter Begleitung von orts- und sachkundigen Führern Wanderungen durch den niederländischen Teil des Naturparks an. Im kleinen Natur-Infozentrum erfahren die Besucher Wissenswertes über die moortypische Tier- und Pflanzenwelt.

Einen wichtigen Aspekt der Historie vertieft das „Erdöl-Erdgas Museum“ in Twist, denn bis heute ist das Emsland die ergiebigste Förderregion auf deutschem Festland.

Knotenpunktsystem macht Radeln und Wandern im Naturpark Moor komfortabler

40 – 34 – 56 – 58 – 42 … was aussieht wie die Lottozahlenreihe, macht im Naturpark Bourtanger Moor - Bargerveen in der deutsch-niederländischen Grenzregion durchaus Sinn: Mit dem Radknotenpunktsystem können Urlauber ihre Tour anhand von Zahlen leicht und schnell zu den schönsten Sehenswürdigkeiten und Orten sowie Einkehrmöglichkeiten planen. Das Prinzip ist einfach: Wo mindestens zwei Radrouten aufeinander treffen, ist ein mit einer Zahl versehener Knotenpunkt. Radler stellen einfach die Nummern ihrer gewünschten Route zusammen – und fahren diese auf den gut ausgeschilderten Wegen bequem ab. Losradeln ist an jedem Punkt der Route möglich. Radurlaubern stehen mehr als 600 Kilometer Radwege mit insgesamt 150 Knotenpunkten beidseits der Grenze kreuz und quer durch das Moor zur Verfügung.

Auch Wanderer kommen mit dem System der Knotenpunkte auf ihre Kosten. Ausgewiesene Wanderinseln sorgen für ein besonderes Naturerlebnis. Wandertafeln an Parkmöglichkeiten bieten eine gute Übersicht. Von dort aus folgen auch die Wanderer ihrer Zahlenfolge. Zwischendurch zeigen kleine Übersichtskarten an, ob man sich noch auf der richtigen Tour befindet oder möglicherweise einen anderen Weg einschlagen kann. Einfach und flexibel!

Am Wegesrand: Aussichts-Türme und -Plattformen für den Überblick und interaktive Info-Stationen für tiefere Einblicke. Etwa in die Tier- und Pflanzenwelt der Moorlandschaft, in die Geschichte des Torfabbaus und in die Herausforderungen der Wiedervernässung und Renaturierung.


Naturpark-Karte   Bildrechte: Sunderdiek/MU
Informationen:

Internationaler Naturpark Bourtanger Moor-Bargerveen e.V.
Ordeniederung 2, 49716 Meppen
Tel.: 0049 (0) 5931 44 22 77

E-Mail: info@naturpark-moor.eu
Internet: www.naturpark-moor.eu


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