Feinstaub | Nds. Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz
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Feinstaub

Unter Staub versteht man die in der Atmosphäre verteilten festen Teilchen. Dabei wird je nach Größe der Partikel unterschieden zwischen Schwebstaub (Korngröße bis rund 30 Mikrometer (μm)) und Grobstaub. Teilchen, die größer als 30 μm sind, sind als gröbere Niederschlagspartikel anzusehen und werden mit im Staubniederschlag erfasst. Beim Schwebstaub richtet sich die Aufmerksamkeit in den letzten Jahren vor allem auf die Fraktion mit einer Korngröße kleiner als 10 μm, dem so genannten Feinstaub PM10 (Particulate Matter mit Teilchengröße kleiner als 10 Mikrometer). Seit dem Jahr 2009 ist auch die feinere Fraktion PM2,5 zu beurteilen. Betrachtet man die Anteile der einzelnen Emittentengruppen am Gesamtstaub im Jahr 2015, so stellt man fest, dass bundesweit auf den Bereich Industrie mit 54 Prozent der größte Anteil der Staubemissionen entfällt. Verkehr und Haushalte liefern Anteile von 12 Prozent bzw. 8 Prozent.

Die PM10-Jahresmittelwerte zeigen an den industrienahen Probenahmestellen und im Hintergrund im Zeitraum 2004 bis 2007 einen abnehmenden Verlauf. In den Jahren 2007 bis 2011 ist an einigen Probenahmestellen ein nahezu gleichbleibender, an anderen im Hintergrund ein leicht steigender Verlauf festzustellen. In den beiden Folgejahren 2012 und 2013 nahm die mittlere PM10-Belastung dann an nahezu allen Probenahmestellen im Hintergrund wieder ab. Dieses ist u. a. auf das Ausbleiben von ausgeprägten „Feinstaubepisoden" in den Wintermonaten der Jahre 2012 und insbesondere 2013 zurückzuführen. Nach einem Anstieg im Jahr 2014 sank die mittlere PM10-Belastung in den letzten zwei Jahren (2015 und 2016) sowohl an fast allen industrienahen Probenahmestellen als auch im Hintergrund wieder.

Als Grund für diese Schwankungen sind vor allem Witterungsphänomene zu nennen. Austauscharme Wetterlagen verbunden mit niedrigen Temperaturen verursachen durch den hohen Heizbedarf hohe Feinstaubemissionen, die sich lokal oder regional anreichern können. Die mittlere PM10-Belastung des Jahres 2016 ist für Niedersachsen in der Abbildung dargestellt. Langfristige Trendaussagen sind für die Feinstaubbelastung an Verkehrs-Probenahmestellen mit Ausnahme in Hannover aufgrund der sonst relativ kurzen Messzeiträume noch nicht möglich. An der Verkehrs- Probenahmestelle in Hannover hat die PM10-Belastung in den letzten Jahren deutlich abgenommen (im Jahresmittel von 38 μg/m³ (2004) auf 22 μg/m³ (2016)). Die zulässige Anzahl der Tage mit erhöhten Feinstaubkonzentrationen (35 Tage pro Jahr mit PM10-Tagesmittelwerten über 50 μg/m³) wurde auch in 2016 nicht überschritten. Überschreitungen des PM10-Grenzwertes traten zuletzt im Jahre 2006 ausschließlich an verkehrlich hoch belasteten Standorten auf.


Umweltbericht 2015  
Artikel-Informationen

17.10.2017

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