Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Bildung für nachhaltige Entwicklung, FÖJ

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Menschen, ihre Zukunft aktiv, verantwortungsvoll und mit Weitblick zu gestalten. Sie vermittelt die Fähigkeit, fundierte Entscheidungen zu treffen und so zu handeln, dass Umwelt geschützt, wirtschaftliche Grundlagen gesichert und eine gerechte Gesellschaft weltweit gestärkt werden – heute und für kommende Generationen. Dabei spielt auch die Wertschätzung kultureller Vielfalt eine zentrale Rolle.

Eine Gruppe Jugendlicher trägt gemeinsam einen Baumstamm über ihren Köpfen. Bildrechte: Arnold Morascher, Archiv Naturschutzakadmie
Teambuilding beim Freiwilligen Ökologischen Jahr

Im Kern geht es bei BNE um nichts Geringeres als den Wandel hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft. Dieser Wandel gelingt nur gemeinsam: Nicht der Erfolg einzelner steht im Vordergrund, sondern das Wohlergehen aller – vor Ort ebenso wie global. BNE eröffnet neue Perspektiven und ermutigt dazu, sich als Teil einer globalen Gemeinschaft zu verstehen und Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen.

Getragen wird dieser Ansatz auch durch internationale Vereinbarungen: Aufbauend auf der UN-Dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ wurde 2015 das UNESCO-Weltaktionsprogramm BNE von den Vereinten Nationen beschlossen. Es rückt alle drei Dimensionen der Nachhaltigkeit – Ökologie, Wirtschaft und Soziales – gleichermaßen in den Blick und stärkt das Ziel, Lernende weltweit zu verantwortungsbewusstem und zukunftsfähigem Handeln zu befähigen.

Nachhaltige Entwicklung bedeutet, dass alle Menschen ein Leben in Würde führen können – heute und in Zukunft – und ihre Fähigkeiten entfalten dürfen, ohne die ökologischen Grenzen unseres Planeten zu überschreiten. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es Wissen, Engagement und die Bereitschaft, neue Wege zu gehen: in Politik und Wirtschaft ebenso wie im Alltag jedes Einzelnen.

Hier setzt BNE an. Sie versteht Bildung als Motor für Veränderung. Dabei geht es nicht nur um die Vermittlung von Wissen, sondern um ein Lernen, das zum Mitdenken, Mitgestalten und Mitverantworten befähigt. Lernprozesse sind deshalb dialogorientiert, vielfältig und praxisnah. Unterschiedliche Perspektiven werden einbezogen, Beteiligung wird ermöglicht und kritisches Denken ausdrücklich gefördert.

Diese inhaltlichen und pädagogischen Leitlinien spiegeln sich auch in nationalen Strategien wider: Mit dem Nationalen Aktionsplan BNE, der 2017 für Deutschland verabschiedet wurde, liegt ein konkreter Rahmen vor, um Bildung für nachhaltige Entwicklung in allen Bildungsbereichen systematisch zu verankern und weiter auszubauen. Fachliche Orientierung bietet zudem der Orientierungsrahmen für den Lernbereich Globale Entwicklung, der wichtige Impulse für die praktische Umsetzung von BNE gibt.

BNE verändert auch die Orte des Lernens selbst. Schulen, Kitas, Hochschulen und Bildungseinrichtungen werden zu Lernorten nachhaltigen Handelns – nicht nur im Unterricht, sondern in ihrer gesamten Organisation und ihrem Alltag. Auch auf Landesebene, etwa im Rahmen der niedersächsischen Nachhaltigkeitsstrategie, ist BNE entsprechend fest verankert.

So leistet Bildung für nachhaltige Entwicklung einen entscheidenden Beitrag für eine lebenswerte, gerechte und zukunftsfähige Gesellschaft.

In Niedersachsen teilen sich das Kultusministerium und das Umweltministerium die Verantwortung für die Umsetzung von Bildung für nachhaltige Entwicklung – jeweils mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Das Kultusministerium ist für die formale Bildung zuständig. Dazu zählen insbesondere Schulen, berufsbildende Einrichtungen und Teile der Lehrkräftebildung. Hier wird BNE strukturell in Curricula, Unterricht und Schulentwicklung verankert – etwa durch die Integration nachhaltigkeitsbezogener Themen in Fächer, projektorientiertes Lernen oder die Entwicklung von Schulen zu nachhaltigen Lernorten.

Das Umweltministerium setzt seinen Fokus auf die non-formale Bildung. Dazu gehören Bildungsangebote außerhalb des klassischen Bildungssystems, die freiwillig und lebensnah gestaltet sind. Beispiele sind Umweltbildungszentren, außerschulische Lernorte, Projekte von Verbänden und Initiativen sowie Programme wie das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ). Diese Formate ermöglichen praxisnahes Lernen, unmittelbare Naturerfahrungen und vielfältige Beteiligungsmöglichkeiten. Sie ergänzen die formale Bildung und sprechen Menschen in unterschiedlichen Lebensphasen an.

Gemeinsam tragen beide Bereiche dazu bei, Bildung für nachhaltige Entwicklung breit in der Gesellschaft zu verankern und unterschiedliche Zielgruppen wirksam zu erreichen.

Über die BNE-Arbeit des MK können Sie sich unter den folgenden beiden Links informieren:

https://www.mk.niedersachsen.de/startseite/schule/schulerinnen_und_schuler_eltern/bildung_fur_nachhaltige_entwicklung_bne/bildung-fuer-nachhaltige-entwicklung-bne-90480.html und

https://bildungsportal-niedersachsen.de/bne/

Umweltbericht 2015 Bildrechte: rubberball@Fotolia.com

Artikel-Informationen

erstellt am:
20.05.2026
zuletzt aktualisiert am:
28.05.2026

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