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Energiewendebericht 2020

Der Niedersächsische Energie- und Klimaschutzminister Olaf Lies hat jetzt den Energiewendebericht für das Jahr 2020 vorgelegt. Dem Bericht zufolge zeigen aktuelle Prognosen zum Fortschritt der Energiewende in Niedersachsen, dass der bilanzielle Anteil der Erneuerbaren Energien am Stromverbrauch im Land 2020 auf rund 96 Prozent gestiegen ist. Bundesweit lag dieser Anteil bei rund 45 Prozent.

Umwelt- und Energieminister Olaf Lies mahnte anlässlich der Veröffentlichung des diesjährigen Berichts für Niedersachsen aber an, diese Entwicklung nicht zu positiv zu bewerten: „Die Zahlen wirken erstmal so, als würde beim Thema Klimaschutz im Energiesektor voll im Plan liegen. Und im Ländervergleich ist Niedersachsen spitze, wenn wir auf den Anteil der Erneuerbaren am Stromverbrauch blicken. Was hier aber jenseits des Bundesvergleichs deutlich Einfluss nimmt, ist der Corona-Effekt. Durch die Lockdown-Phasen wurde weniger produziert, konsumiert und gereist.“ Das habe einen niedrigeren Energiebedarf bewirkt und damit steige im Verhältnis der Anteil der Erneuerbaren, ordnet Lies ein.

Lies betont zugleich, dass Niedersachsen als Energieland Nr. 1 einen zentralen Beitrag für die bundesweite Umsetzung der Energiewende leistet: „Jede fünfte in Deutschland erzeugte Kilowattstunde aus regenerativen Quellen ist ‚Made in Niedersachsen‘ und eine Schlüsselrolle kommt dabei der Windenergie zu.“ Deshalb bereitet der Einbruch beim Ausbau der Windenergie an Land dem Minister weiterhin Sorgen: „Wir benötigen nach wie vor eine schnellere und deutlichere Wiederbelebung des Ausbaus. Denn mit der Energiewende schützen wir nicht nur das Klima. Sie bedeutet auch eine riesen Chance für den Industriestandort Niedersachsen und den damit verbundenen Industriearbeitsplätzen.“

Die aktuellen Beschlüsse auf Bundesebene wiesen dabei laut Lies in die richtige Richtung, erforderlich sei aber weiterhin eine deutliche Anhebung der bundesweiten Ausbaupfade für die erneuerbaren Energien. „Gleichzeitig tragen wir als Land unseren Teil bei, um den Ausbau bei Wind- und Solarenergie zu beschleunigen.“ So unterstütze der neue Windenergieerlass demnächst die Landkreise dabei, das Ziel von 2,1 Prozent Vorrangfläche für den Windenergieausbau zu erreichen. Außerdem soll über eine verpflichtende Berücksichtigung von Photovoltaikanlagen auf Neubauten der Ausbau vorangetrieben werden. Durch Fördermöglichkeiten für PV-Batteriespeicher wird der Ausbau in diesem Sektor derzeit schon landesseitig vorangetrieben.

Im Bereich Photovoltaik zeichnet sich für die nächsten zwei Jahre mit Zubauleistungen, die in Niedersachsen jeweils um die 350 MW liegen werden, ein deutlicher Aufwärtstrend ab, der mit der aktuellen PV-Batteriespeicherrichtlinie des Landes zum richtigen Zeitpunkt zusätzlichen Anschub bekommt. „Aber auch hier müssen wir noch schneller werden, wenn wir unsere selbst gesetzten Ziele für eine CO2-freie Stromversorgung halten wollen“, so Lies.

Auf den bisherigen Ergebnissen werde sich Niedersachsen nicht ausruhen, sondern konsequent den niedersächsischen Klima-Weg gehen: „Wir wollen spätestens bis zum Jahr 2040 den Energiebedarf in Niedersachsen bilanziell zu 100 Prozent durch Erneuerbare Energien abdecken. Dafür müssen wir massiv und schneller als bisher ausbauen. Und wir müssen den Strom aus erneuerbaren Energien zunehmend auch für die Wärmeerzeugung und die Mobilität nutzen“, betont Lies.



Energiewendebericht 2020

Das Niedersächsische Klimaschutzgesetz hat klare Ziele für den Energiewendeprozess formuliert – unter anderem vollbilanzielle Deckung des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien bis 2040 sowie Klimaneutralität bis 2050. Der Energiewendebericht 2020 bietet eine Übersicht zu dieser Transformation der Energieversorgung und liefert Hintergründe, Daten und Informationen zum Stand der Umsetzung. Dazu zieht er unter anderem Zahlen zu Bruttostromverbrauch, Treibhausgasemissionen, sowie Infrastruktur und Netzausbau heran.

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, 2021

Energiewendebericht 2019

Mit dem Energiewendebericht 2019 erscheint zum dritten Mal ein Monitoring zur Energiewende in Niedersachsen. In bewährter Weise ergänzt der Bericht die amtlichen Kennzahlen zum Energieverbrauch, zu Stromerzeugung und -verbrauch sowie zu den energiebedingten Treibhausgasemissionen aus der Niedersächsischen Energie- und CO2-Bilanz 2017 des Landesamtes für Statistik Niedersachsen (LSN). Der Energiewendebericht 2019 umfasst zudem erstmals Prognosen zur Entwicklung der Energieversorgung in Niedersachsen für die Jahre 2018 und 2019 und zeichnet sich damit durch besondere Aktualität aus. Thematische Schwerpunkte liegen unter anderem im Wärmesektor - Sanierung des Gebäudebestandes und von Heizsystemen - sowie bei alternativen Antrieben im Verkehrssektor. Der Ausblick beleuchtet die dramatischen Entwicklungen beim Ausbau der Erneuerbaren und zeigt auch hier Prognosen zum EE-Ausbau für die Jahre 2020 und 2021.

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, 2020

Energiewendebericht 2018

Der Energiewendebericht 2018 dokumentiert den Stand der Energiewende in Niedersachsen und präsentiert Kennzahlen zum Energieverbrauch und zur Energieproduktivität, zu Stromverbrauch und Stromerzeugung sowie zu den Treibhausgasemissionen. Ebenfalls werden die Entwicklung von Beschäftigtenzahlen sowie von Strom- und Gaspreisen dargestellt. Ein thematischer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich der energetischen Verknüpfung – sprich der Kopplung - des Stromsektors mit den Sektoren Wärme und Verkehr.

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, 2018

Energiewendebericht 2017

Im Energiewendebericht 2017 werden die neuesten statistisch ausgewerteten Zahlen zum Primärenergieverbrauch, zu Stromverbrauch und Stromerzeugung sowie zu den Treibhausgasemissionen dargestellt. Außerdem beschreibt der Bericht die Rahmenbedingungen und die besonderen Herausforderungen der Energiewende. ISBN 978-3-9819373-3-6

Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz, 2017
  Bildrechte: MU

Artikel-Informationen

erstellt am:
30.10.2013
zuletzt aktualisiert am:
25.06.2021

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