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Für einen erfolgreichen Klimaschutz im Verkehrssektor: Vom Umweltministerium beauftragte Studie zeigt „Wege zur nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen“

Im Dezember 2020 hat Niedersachsen sein Klimagesetz verabschiedet, das ehrgeizige Ziele setzt: Bis 2040 soll der Energiebedarf zu 100 % aus erneuerbaren Quellen gedeckt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, muss die Energiewende schnell vorangehen und der Ausbau von Erneuerbaren Energieträgern noch viel ambitionierter erfolgen als bisher. Und: Der Wandel im Mobilitätssektor muss vorangetrieben wird. Denn dieser hat einen großen Anteil an den klimaschädlichen Treibhausgas-, Luftschadstoff- und Lärmemissionen.

Um Möglichkeiten aufgezeigt zu bekommen, wie die Energie- und die Mobilitätswende in Niedersachsen gelingen und somit die Klimaschutzziele erreicht werden können, hat das niedersächsische Umwelt- und Klimaschutzministerium beim DLR-Institut für Verkehrsforschung in Berlin ein Gutachten in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse im Mai vorgestellt wurden. „NeueWege – Wege zur nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen“ wertet unter anderem die renommierte bundesweite „Mobilität in Deutschland“-Studie spezifisch für Niedersachsen aus. Es werden Erfolge ebenso wie zukünftige Bedarfe der Verkehrs-, Energie- und Klimapolitik sichtbar.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie im Überblick:


Niedersachsen zeichnet sich durch einen vergleichsweise hohen Anteil an motorisiertem Individualverkehr (MIV) aus, was eine Mobilitätswende hin zum Umweltverbund, also die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad sowie den Fußverkehr, erschwert. Um Alternativen zum MIV aufzuzeigen, sollte der Öffentliche Nahverkehr weiter gefördert und attraktiver gestaltet werden. Auch aus der Corona-Pandemie können Lehren gezogen werden. So können gestaffelte Schulanfangszeiten zum Beispiel zu einer Entlastung der vorhandenen Kapazitäten beitragen.

Darüber hinaus zeigen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern untersuchte Projekte der nachhaltigen Mobilität in Niedersachsen, dass neue, d. h. flexible und bedarfsorientierte Mobilitätsangebote erfolgreich sein können (z. B. das EcoBus-Projekt im Harz). Ein weiterer Leuchtturm ist etwa auch der eRadschnellweg in Göttingen.


Als positiver Trend wird offenbar, dass die Nutzung vom Fahrrad in Innenstädten auch in Niedersachsen zunimmt. Dieser kann durch den weiteren Ausbau der Infrastruktur unterstützt werden:

o Neue Radwege

o Fahrradfreundliche Ampelschaltungen

o Radschnellwege

Besondere Potenziale werden in der Nutzung von Pedelecs gesehen. Hier könnten verstärkt noch jüngere Nutzergruppen gewonnen werden, die dieses Fortbewegungsmittel zum Beispiel für den Arbeitsweg nutzen. Mit einem Anteil von 15 Prozent verfügen bislang Seniorenhaushalte in Niedersachsen am häufigsten über ein Pedelec. Familienhaushalte sind zu fünf Prozent im Besitz eines Pedelecs, während bei Haushalten mit Personen unter 35 Jahren der Anteil noch unter einem Prozent liegt.

Der Anstieg der Verkehrsleistung in Niedersachsen insgesamt zeigt die Notwendigkeit, stärker auf Elektroantriebe und alternative Kraftstoffe zu setzen.
Um diese Alternative zu fossilen Energieträgern attraktiver zu machen, empfiehlt die Studie folgende Maßnahmen:

o Ausbau der Ladestruktur für E-Autos, insbesondere durch Schnellladestationen an Hauptverkehrsachsen

o Förderungen bei der Fahrzeugbeschaffung

o weiterer Abbau von Umlagen und Abgaben bei Strom aus Erneuerbaren Energien

Aktuell ist davon auszugehen, dass in Niedersachsen im Jahr 2030 rund 1 Mio. Elektrofahrzeuge auf den Straßen unterwegs sein werden. Aus diesem Fahrzeugwachstum resultiert ein steigender Ladebedarf. Zunächst wird dieser ab 2022 in und um einzelne Verdichtungsräume in Niedersachsen ansteigen, spätestens ab 2030 betrifft der steigende Ladebedarf ganz Niedersachsen.

Ergänzend stellt das DLR-Institut für Verkehrsforschung in seiner Pressemitteilung heraus, dass technische Lösungen allein nicht reichen und es zu einem sog. Rebound-Effekt kommen kann, bei dem technologische Effizienzgewinne durch verändertes Nutzungsverhalten, etwa eine gestiegene Verkehrsnachfrage, aufgezehrt werden. Letzteres gilt ebenso für den großen Flächenverbrauch durch Fahrzeuge, der auch bei Elektroautos gegeben ist.

Insbesondere für Windenergie bietet das Land Niedersachsen sehr gute räumliche Voraussetzungen und steht im bundesweiten Vergleich gut dar. Die Standortvorteile für Windkraft bieten außerdem Chancen für die Zukunftsenergie grüner Wasserstoff. Dieser kann auch im Verkehrssektor erfolgreich zum Einsatz kommen, das belegen niedersächsische Beispiele nachhaltiger Mobilität auf der Schiene und der Straße.

Das Gesamtgutachten nebst Zusammenfassung und Factsheet steht hier zum Download zur Verfügung:

Gesamtgutachten
Gutachte, Zusammenfassung und Factsheets "NeueWege"

 NeueWege_Fachgutachten.pdf

 NeueWege_Zusammenfassung.pdf

 NeuWege_Factsheets.pdf

Artikel-Informationen

erstellt am:
23.06.2021

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