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Nährstoffbericht zeigt Handlungsbedarf

Als besorgniserregend hat Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies im März 2018 den aktuellen Nährstoffbericht des Landes Niedersachsen bezeichnet. Aus Sicht des Umweltministeriums zeigt der Bericht dringenden Handlungsbedarf. Gemeinsam mit dem Landwirtschaftsministerium sollen konsequent geeignete Maßnahmen gegen den zu hohen Nährstoffeintrag in Grund- und Trinkwasser erarbeitet werden. Wichtigstes Instrument ist dabei die neue Düngeverordnung.

Minister Lies: „Wir wollen damit unsere Landwirte auf keinen Fall gängeln, aber wir brauchen mehr Transparenz bei der Düngung, insbesondere beim Verbleib der jährlich anfallenden rund 60 Millionen Tonnen Wirtschaftsdünger. Deshalb ist eine zeitnahe Umsetzung der Länderermächtigungen, z.B. über Meldepflichten von Nährstoffvergleichen und Düngebedarfsermittlung, erforderlich. Nur so kann effizient überprüft werden, ob düngerechtliche Vorschriften auch tatsächlich eingehalten werden. Darüber hinaus werde ich auch gemeinsam mitder Landwirtschaftsministerin besonders belastete Gebiete ausweisen, in denen zusätzliche Anforderungen an die landwirtschaftliche Praxis gestellt werden müssen. Wir werden zeitnah in einem Werkstattgespräch die konkreten Inhalte der Landesverordnungen abstimmen. Gegenüber der Kommission könnte somit dokumentiert werden, dass die Landwirtschaft die Nährstoffbelastung reduziert. Die Gefahr von Strafzahlungen infolge des anhängigen Vertragsverletzungsverfahrens gegen Deutschland könnte hierdurch erheblich reduziert werden."

(Presseinfo vom 28.03.2018)

Mit dem Nährstoffbericht 2016/2017 werden die Ergebnisse der gemeldeten Wirtschaftsdünger des Meldezeitraumes 01.07.2016 bis 30.06.2017 veröffentlicht. Der seit 2013 jährlich durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen unter Einbindung der Landesämter LBEG (Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie) und NLWKN (Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) erstellte Bericht ist eine wichtige Datenbasis für das Nährstoffmanagement in Niedersachsen. Ziele: die bedarfsgerechte Düngung zu stärken, sinnvolle Nährstoffkreisläufe zu schließen, die Transparenz des Düngegeschehens zu fördern sowie die Nährstoffeffizienz zu erhöhen und die Nitratbelastungen zu verringern. Dafür schreibt der Bericht die gemeldeten Verbringungen und den Nährstoffsaldo für Niedersachsen fort und stellt in einer weiteren Berechnung eine aktualisierte Stickstoff-Flächenbilanz für das Land gemäß den Vorgaben des § 8 der geltenden Düngeverordnung auf. Nach der erfolgten Novellierung des Düngerechts ergeben sich für den Nährstoffbericht neue oder geänderte Grundlagen und Vorgaben für die Berechnungen. Mit diesem Bericht werden die neuen Richtwerte beim Nährstoffanfall und des Düngebedarfs nach der novellierten Düngeverordnung vom 26. Mai 2017 berücksichtigt.

Hintergrund:
Niedersachsen hat aufgrund seiner intensiven landwirtschaftlichen Bewirtschaftung seit Jahren hohe Nährstoffüberschüsse, die Grundwasser und Oberflächengewässer belasten. Dies führt dazu, dass im Zuge der Umsetzung der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie für rund 60 Prozent der Landesfläche ein schlechter chemischer Zustand des Grundwassers an die europäische Kommission gemeldet werden musste. Auch die seit Mitte der 90er Jahre im Vier-Jahresturnus zu meldenden Nitratberichte zeigen keine Verbesserungen der Grundwasserqualität. Ende 2016 hat die Europäische Kommission daher beim EuGH Klage eingereicht wegen mangelnder Umsetzung der Nitratrichtlinie.

Wie hoch ist die Nitratbelastung des Grundwassers und anderer Gewässer in Niedersachsen?

Karten informieren über Nährstoffbelastungen in Grund- und Oberflächengewässern


Informationen finden Sie auch im Umweltbericht:

Nitrat im Grundwasser




Artikel-Informationen

04.04.2018

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