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Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen: Status quo, Perspektiven und Ziele zur Verbesserung der Luftqualität

Die Immissionsgrenzwerte für Partikel (PM10 und PM2,5), Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Benzol wurden 2021 wie in den Vorjahren an den Probenahmestellen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN) eingehalten.

Nach 2020 wurde auch im Jahr 2021 der Grenzwert für den Stickstoffdioxid-Jahresmittelwert (NO2) erneut an allen Probenahmestellen eingehalten. Mit dem im Jahr 2020 zeitweise erkennbaren Verkehrsrückgang in Folge der Corona-Pandemie war ein zusätzlicher Rückgang der NO2-Belastung verbunden. Für das Jahr 2021 ist im Allgemeinen nicht von relevanten coronabedingten Rückgängen der Verkehrsmengen auszugehen. Infolgedessen hat sich der in den letzten Jahren erkennbare Rückgang der NO2-Belastung an den verkehrsnahen Probenahmestellen in 2021 zunächst nicht fortgesetzt. Die mittlere jährliche NO2-Belastung blieb hier im Allgemeinen konstant oder nahm im Vergleich zum Vorjahr geringfügig zu. Grundsätzlich tragen die fortschreitende Modernisierung der Fahrzeugflotte sowie kommunale Maßnahmen jedoch auch hinsichtlich des Luftschadstoffes NO2 zur Verbesserung der Luftqualität bei.

Die Situation hinsichtlich der Luftbelastung durch Ozon muss differenziert betrachtet werden.

Der zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegte Zielwert für Ozon wurde in 2021 lediglich auf dem Wurmberg überschritten (im Jahr zuvor war das noch an sechs Probenahmestellen der Fall). Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurde jedoch erneut an keiner der 21 Probenahmestellen eingehalten. Der Schwellenwert von 180 µg/m³ zur Information der Bevölkerung wurde 2021 an den Probenahmestellen Altes Land und Emsland in vier bzw. zwei Stunden überschritten. Die Warnschwelle von 240 µg/m³ wurde im Sommer 2021 jedoch nicht erreicht.

Der Ozon-Zielwert zum Schutz der Vegetation wurde 2021 an allen Probenahmestellen eingehalten. Das diesbezügliche langfristige Ziel wurde jedoch noch an 16 der 21 Probenahmestellen überschritten.

Eine weitere Reduzierung der Konzentration an Stickstoffoxiden als Vorläuferstoff des bodennahen Ozons sowie anderer Ozon-Vorläuferstoffe (insbesondere flüchtige organische Verbindungen) bleibt damit weiterhin ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der Luftqualität Niedersachsens.

Darüber hinaus hat die Reduzierung der Ammoniakemissionen große Relevanz für die Umwelt, da Ammoniak neben seinen direkten Wirkungen einen großen Beitrag zum Stickstoffeintrag in Ökosysteme liefert, als Vorläufer für Feinstaub gilt und somit indirekt auch klimarelevant ist.

Insgesamt zeigt sich, dass im Hinblick auf die Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahrzehnten viel erreicht wurde. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung besteht, gemessen an den langfristigen Zielen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für Ozon und den teilweise wesentlich strengeren Empfehlungen der WHO, daher auch für die nächsten Jahre weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung der Luftqualität in Niedersachsen. Dies betrifft insbesondere Ammoniak, Feinstaub (PM2,5 und PM10), Stickstoffdioxid und Ozon.

Derzeit überarbeitet die EU-Kommission die europäische Luftqualitäts-Richtlinie. Sich daraus ergebende Konsequenzen für die Beurteilung der Luftqualität und die Luftreinhalteplanung bleiben abzuwarten.

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