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Luftqualitätsüberwachung in Niedersachsen: Status quo, Perspektiven und Ziele zur Verbesserung der Luftqualität

Die Immissionsgrenzwerte für Partikel (PM10 und PM2,5), Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Benzol wurden 2020 wie in den Vorjahren an den Probenahmestellen des Lufthygienischen Überwachungssystems Niedersachsen (LÜN) eingehalten.

Im Jahr 2020 ist ein weiterer Rückgang für Feinstaub PM10 und PM2,5 eingetreten. Die Grenzwertvorgaben der Europäischen Kommission wurden für beide Staubfraktionen landesweit wie in den Vorjahren eingehalten. Darüber hinaus wurden landesweit erstmals 2020 auch die diesbezüglich strengeren Vorgaben der Welt- gesundheitsorganisation (WHO) unterschritten. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten, insbesondere ob sich die mit elf Überschreitungstagen landesweit geringe Zahl von Überschreitungen des Tagesgrenzwertes für PM10 in Höhe von 50 µg/m³ bei zulässigen 35 Tagen als Vorgabe der EU und drei Tagen der WHO je Probenahmestelle fortsetzt.

Im Jahr 2020 wurde auch der Grenzwert für den NO2-Jahresmittelwert erstmals an allen Probenahmestellen eingehalten. Hierzu trugen die fortschreitende Modernisierung der Fahrzeugflotte, der zeitweise Verkehrsrückgang in Folge der Corona-Pandemie sowie kommunale Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität bei.

Der zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegte Zielwert für Ozon wurde 2020 in den Regionen Braunschweig, Emsland, Göttingen, Osnabrück, Wolfsburg sowie auf dem Wurmberg überschritten. Das langfristige Ziel zum Schutz der menschlichen Gesundheit wurde an keiner der 21 Probenahmestellen eingehalten. Die Schwellenwerte von 180 µg/m³ zur Information bzw. von 240 µg/m³ zur Warnung der Bevölkerung wurden im Sommer 2020 jedoch nicht überschritten. Der Ozon-Zielwert zum Schutz der Vegetation wurde 2020 an allen Probenahmestellen eingehalten. Das diesbezügliche langfristige Ziel wurde jedoch noch an 13 der 21 Probenahmestellen überschritten. Eine weitere Reduzierung der Konzentration an Stickstoffoxiden als Vorläuferstoff des bodennahen Ozons sowie anderer Ozon-Vorläuferstoffe (insbesondere flüchtige organische Verbindungen) bleibt damit ein wichtiges Ziel zur Verbesserung der Luftqualität Niedersachsens.

Darüber hinaus hat die Reduzierung der Ammoniakemissionen große Relevanz für die Umwelt, da Ammoniak neben seinen direkten Wirkungen einen großen Beitrag zum Stickstoffeintrag in Ökosysteme liefert, als Vorläufer für Feinstaub gilt und somit indirekt auch klimarelevant ist.

Insgesamt zeigt sich, dass im Hinblick auf die Verbesserung der Luftqualität in den letzten Jahrzehnten viel erreicht wurde. Im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung besteht, gemessen an den langfristigen Zielen des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für Ozon und den teilweise wesentlich strengeren Empfehlungen der WHO, für die nächsten Jahre weiterhin Handlungsbedarf zur Verbesserung der Luftqualität in Niedersachsen. Dies betrifft neben Ozon insbesondere Ammoniak.

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