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Erweiterung des UNESCO-Biosphärenreservats Wattenmeer - Lies: „Einmalige Chance, sich als Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu positionieren“

Pressemitteilung 18/2019

Niedersachsens Umweltminister Olaf Lies hat den heute (Mittwoch) beginnenden Dialogauftakt zur Erweiterung der Entwicklungszone des UNESCO-Biosphärenreservats Niedersächsisches Wattenmeer begrüßt. „Damit bekommt die Region entlang des Nationalparks Wattenmeer die einmalige Chance, sich als Modellregion für nachhaltige Entwicklung zu positionieren“, unterstrich Lies. Der Minister ermunterte die ansässigen Gemeinden, diese Möglichkeit zu nutzen und sich der Entwicklungszone anzuschließen. „Durch diesen Status ergeben sich Fördermöglichkeiten, die ansonsten nicht bestehen“, sagte Lies. Sorgen, vor daraus resultierenden Vorschriften und Einschränkungen, trat Minister Lies entgegen. „Es handelt sich nicht um ein Biosphärenreservat im Sinne des Artikel 25 des Bundesnaturschutzgesetzes, sondern um ein UNESCO-Biosphärenreservat“, betonte Lies.

Biosphärenreservat nach Richtlinien der UNESCO:

„Bei der Einrichtung dieser Entwicklungszone geht es nicht um eine Ausweitung des Naturschutzgebietes. Vielmehr geht es darum, mit allen Beteiligten Ideen für eine nachhaltige Regionalentwicklung aufzuzeigen und umzusetzen. Die hier zugrunde liegende Auszeichnung berücksichtigt allein Kriterien der UNESCO und ist unabhängig von nationalen Schutzgebietskategorien und damit auch möglichen rechtlichen Notwendigkeiten. Die Zusammenarbeit in der Entwicklungszone basiert auf Partizipation und Freiwilligkeit“, sagte Lies.

Neue Fördermöglichkeiten nutzen:

Gemeinsam könnten die beteiligten Kommunen nach Ansicht Lies die Auszeichnung als Qualitätsmerkmal nutzen, beispielsweise für den nachhaltigen Tourismus sowie bei Bildung, Kultur und Landwirtschaft. UNESCO-Biosphärenreservate repräsentieren nicht nur einzigartige Naturlandschaften, sondern auch durch menschliche Nutzung geprägte Kulturlandschaften. Als Modellregionen für eine nachhaltige Entwicklung sollen sie die Lebensgrundlagen für die nachfolgenden Generationen sichern. „Durch diesen Status ergeben sich neue attraktive Fördermöglichkeiten, die die Region sonst gar nicht hätte. Diese sollten wir nutzen, um die Einmaligkeit unseres Wattenmeeres und der angrenzenden Region weiter zu stärken, aber auch in die Welt zu tragen“, betonte Lies.

Anderthalbjähriger Dialog startet:

Umweltministerium, Biosphärenreservatsverwaltung und interessierte Gemeinden wollen jetzt gemeinsam mit Interessensvertretern und Bürgern der Region die Ziele, Handlungsfelder und Projekte zur Förderung einer Nachhaltigen Entwicklung der Region erarbeiten. Die Auftaktveranstaltung findet am 27. Februar 2019 im Bürgerhaus Sande statt. Der gesamte Prozess wird in etwa eineinhalb Jahre dauern. Dabei sollen gebietsübergreifende Initiativen auf den Weg gebracht, aber auch gemeindespezifische Projekte erörtert und umgesetzt werden. Erst nach Abschluss dieser Phase wird in jeder Gemeinde über einen definitiven Eintritt in die Entwicklungszone entschieden. Auf der Basis des erarbeiteten Programms und der Entscheidungen der Gemeinden soll dann – voraussichtlich 2020 - ein neuer Antrag bei der UNESCO auf Anerkennung als UNESCO-Biosphärenreservat gestellt werden.

Hintergrund:

Das Niedersächsische Wattenmeer wurde 1993 als UNESCO-Biosphärenreservat anerkannt. Der Nationalpark stellt die Kern- und Pufferzone des Biosphärenreservats dar und gewährleistet auf der Basis bereits bestehender Gesetze auch deren rechtliche Sicherung. Um den Status UNESCO-Biospährenreservat zu erhalten, ist eine definierte Entwicklungszone nötig. Diese fehlt zur Zeit noch. „Für den Erhalt des Status als UNESCO-Biosphärenreservat fehlt eine räumlich definierte Entwicklungszone, in der menschliches Wirtschaften und Natur modellhaft vereinbart werden können. Hier sollen gemeinsam mit interessierten Gemeinden und Bürgern in der Region nachhaltige Lebens- und Wirtschaftsweisen entwickelt und umgesetzt werden“, unterstrich Lies abschließend.

Artikel-Informationen

27.02.2019

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