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Einweg-Kaffeebecher: Fragen und Antworten (FAQ)

Wieviele Pappbecher fallen durch das Angebot von Coffee to go an?
Es fallen jährlich in Deutschland etwa 3 Milliarden Pappbecher für Coffee to go an.


Welche umweltrelevanten Entsorgungsprobleme resultieren aus den Pappbechern?

Einwegpappbecher bestehen in der Regel nicht nur aus Papier, sondern auch aus erdölbasiertem Kunststoff. Sie enthalten einen durchschnittlichen Anteil von 95 Prozent Papierfasern und 5 Prozent des Kunststoffes Polyethylen. Die meisten Einwegpappbecher sind auf der Innenseite mit Polyethylen beschichtet. Dadurch wird ihre Entsorgung schwierig, die Becher müssen als Restmüll verbrannt werden. Gedankenloses Wegwerfen von Bechern ist problematisch für die Umwelt: Die Papieranteile der Becher werden in der Natur nur langsam abgebaut. Die übrig bleibenden Kunststoffteilchen zerfallen in Mikroplastik und gelangen in den Boden, das Wasser und sogar in die Nahrungskette. Einwegpappbecher werden zwar aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz produziert, allerdings führt dessen Verarbeitung zu Papier zu erheblichen Umweltauswirkungen.


Dürfen Bäcker/ Kaffeeläden und andere Anbieter heute schon mitgebrachte Becher oder andere Gefäße befüllen?

Die Lebensmittelhygieneverordnung erlaubt die Wiederbefüllung mitgebrachter Mehrwegbecher. Werden die Hygienestandards eingehalten, spricht nichts gegen eine Verwendung von Mehrwegbechern. In Kantinen, Mensen und an Tankstellen sind Kaffeeautomaten zur Selbstbedienung vor den Verkaufstresen inzwischen Standard. Kunden können sich dort ihre Mehrwegbecher selbst befüllen. Das Angebot einheitlicher Pfand-Mehrwegbecher bei Kaffeehausketten, die nach ihrer Nutzung zurückgebracht und gespült werden, ist ebenfalls völlig unproblematisch. Wer seinen Mehrwegbecher zu Hause mit Kaffee befüllt und unterwegs trinkt, spart auch Einwegbecher ein – ohne vermeintliche hygienische Bedenken.


Was ist der Vorteil eines Pfandsystems?

Durch die vielfache Wiederverwendung von Mehrwegbechern oder Tassen werden Abfälle vermieden und Ressourcen geschont. Jede Wiederbefüllung eines Mehrwegbechers ersetzt die Neuproduktion und verhindert weiteren Abfall. Weil ein Mehrwegbecher „unbegrenzt“ wieder verwendet werden kann, sind die Umweltauswirkungen seiner Herstellung über die gesamte Produktlebensdauer vergleichsweise gering. Entscheidend bei der ökologischen Bewertung ist der Vergleich der Herstellung eines Einwegbechers mit der Reinigung eines Mehrwegbechers. Hierbei schneidet der Mehrwegbecher deutlich besser ab. Mehrwegbecher können mit Einwegbechern problemlos mithalten. Für den Kaffee auf die Hand gibt es sie in allen Größen, Formen und Designs sowie aus unterschiedlichen Materialien (Stahl, Kunststoff, Porzellan oder Bambus). Hochwertige Produkte sind problemlos wiederverschließbar, lassen keinen Tropfen Inhalt nach außen und isolieren das Getränk in hervorragender Weise.

Die Einführung eines Einweg-Pfandes soll nicht erfolgen.


Wie kann der freiwillige Verzicht auf die Nutzung von Bechern gestärkt werden?

Einschneidend für ein Umdenken sind Information und Aufklärung.

Der freiwillige Verzicht auf den Einweg-Becher kann dadurch gefördert werden, dass ein Bewusstsein für die Problematik entsteht. Wenn die Kunden erkennen, dass sie mit dem freiwilligen Verzicht auf Pappbecher einen aktiven Beitrag zum Umweltschutz leisten können, ohne dass ihr Genusserlebnis entfällt, wird sich die Zahl der Mitmachenden vergrößern. Wenn der Kaffee im Einweg-Becher teurer ist, als der Kaffee im mitgebrachten oder im Pfand-Becher, kann ebenfalls eine Umkehr erfolgen. Abgabestellen wie Gastronomiebetriebe, Bäckereien, Kioske usw. könnten mit einem attraktiven Angebot das Mitbringen von Bechern fördern.


Was macht das Umweltministerium?

Niedersachsen arbeitet mit Nachdruck an einer Verringerung von Einweggetränkebechern. In Zusammenarbeit mit dem Handel und der Gastronomie werden praxistaugliche und umweltgerechte Lösungen angestrebt. Dafür wurden mit den zuständigen Ressorts unter anderem Fragen zur Hygiene erörtert. Nunmehr ist das Umweltministerium im Gespräch mit anderen beteiligten Institutionen. Dabei geht es um die Prüfung und Bewertung unterschiedlicher Systemvarianten wie beispielsweise Mehrwegbecher, Wiederbefüllung von Kundenbechern bis hin zu Mehrwegsystemen, die über den Handlungsrahmen einzelner Marktakteure hinausgehen.

Neben den regelnden Maßnahmen steht die Informations- und Überzeugungsarbeit im Vordergrund. Es geht darum, schon frühzeitig das Bewusstsein dafür zu schaffen, dass eine "Ex-und hopp-Mentalität" negative ökologische Auswirkungen hat.

Artikel-Informationen

27.01.2017

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