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Nachhaltige Entsorgung mineralischer Abfälle

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Mineralische Massenabfälle, zum Beispiel Bauschutt, Verbrennungsrückstände aus Kraftwerken und Schlacken aus der Metallerzeugung, bilden den größten Teil des Abfallaufkommens in Niedersachsen und übersteigen die Masse des Siedlungsabfalls um ein Vielfaches. Der überwiegende Teil dieser Abfälle eignet sich aufgrund seiner bauphysikalischen Eigenschaften zur Verwertung in Baumaßnahmen. So werden heute etwa 90 Prozent dieser Abfälle verwertet und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Schonung natürlicher Primärrohstoffe.

Die verbleibenden 10 Prozent müssen aufgrund ihrer Schadstoffbelastung oder fehlenden Eignung in Deponien entsorgt werden. In Niedersachsen sind dies rund 1,5 Millionen Tonnen pro Jahr, wovon circa 1 Million Tonnen mäßig belastet sind und auf Deponien der Klasse I abgelagert werden können. Während es langfristig ausreichendes Deponievolumen der Klasse II für höher belastete Abfälle gibt, liegt die Restkapazität für mäßig belastete Abfälle aktuell bei 3,6 Millionen Tonnen. Daraus leitet sich ein dringender Bedarf an zusätzlichem Deponieraum der Klasse I ab.

Dieser Bedarf wird auch von den betroffenen Wirtschaftsverbänden gesehen. Sie fordern eine zügige Ausweisung neuer Deponien. Mehrere, insbesondere private Entsorger, sind bei der Planung neuer Deponien auf erheblichen Widerstand in ihrem Umfeld stoßen. Dabei wird oft argumentiert, dass diese Abfälle auch in den ausreichend zur Verfügung stehenden Deponien der Klasse II beseitigt werden könnten. Dies ist zwar technisch möglich, würde jedoch zu wesentlich höheren Kosten für die Abfallerzeuger führen. Auch entspricht es nicht den Prinzipien einer nachhaltigen Abfallwirtschaft, die technisch aufwendigen Deponien der Klasse II mit nur mäßig belasteten Abfällen zu füllen.

Vorträge der Veranstaltung:

Handlungsoptionen für mineralische Abfälle im Rahmen der Kreislaufwirtschaft
Stefan Wenzel, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Die Deponie – unverzichtbares Element der Kreislaufwirtschaft
Dr. Karl Biedermann, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

Rahmenbedingungen für die Verwertung und Beseitigung mineralischer Abfälle
Dr. Harald Freise, Bauindustrieverband Niedersachsen-Bremen e.V.

Entsorgung mineralischer Abfälle in Baden-Württemberg
Martin Kneisel, Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg
Technische Anforderungen an Deponien für mineralische Abfälle
Gunther Weyer, Niedersächsisches Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz

Wahrnehmung der Entsorgungspflicht für mineralische Abfälle
Henry Mäurer, Zweckverband Abfallwirtschaft Celle
Rechtlicher Rahmen für die Zulassung von Deponien
Christina Freifrau von Mirbach, Staatliches Gewerbeaufsichtsamt Lüneburg

Nachhaltige Entsorgung mineralischer Abfälle aus Sicht eines Umweltverbandes
Dr. Ralf Krupp, Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) Niedersachsen

Bürgereinbindung in Planungsprozesse
Ruth Hammerbacher, hammerbacher GmbH - beratung & projekte
Bauschuttrecycling Nord
Artikel-Informationen

07.07.2014

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